TU Berlin stellt 9-Punkte-Plan zum Umgang mit dem Berliner Gebäudebestand vor

Düttmann-Bau an der Urania während des Abriss, Juni 2024

Die Berliner Landesregierung hat sich in der aktuellen Wahlperiode ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Jährlich sollen 20.000 neue Wohnungen geschaffen werden, um den Wohnungsbedarf zu decken. Gleichzeitig strebt die Stadt an, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Diese ambitionierten Ziele werfen die Frage auf, wie sich der dringend benötigte Wohnungsbau mit den Erfordernissen des Klimaschutzes vereinbaren lässt.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, einen Ausgleich zwischen dem Erhalt wertvoller Bausubstanz und dem Neubau von Gebäuden zu finden. Denn in den Baustoffen stecken wertvolle Ressourcen und hohe CO2-Emissionen. Die Weiterverwendung besonders erhaltenswerter Bausubstanz stellt daher eine Verbindung von Klimaschutz und Bauen dar, wie sie auch wiederholt von Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Fachwelt gefordert wird. Trotzdem werden weiterhin transformierbare öffentliche Gebäudebestände unnötig abgerissen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Düttmann-Bau an der Urania.

Der Ansatz “Bestandsertüchtigung vor Neubau” hat insbesondere bei Nichtwohngebäuden ein hohes Potenzial zur Transformation. So setzt sich die Bundesregierung in ihrem Maßnahmenpaket von 2023 das konkrete Ziel, 250.000 Wohnungen durch Transformation von Gewerbeimmobilien zu schaffen. Auch der zukunftsgerechte Umbau von Bestandsschulen spielt eine wichtige Rolle für die Identifikation in Quartieren und den Schutz sozialer Milieus vor Verdrängung in unserer Stadt.

Die nun von der TU Berlin in Kooperation mit der Architektenkammer Berlin und dem Bündnis Klimastadt Berlin 2030 entwickelte Umbau-Agenda schlägt neun Punkte zur Veränderung des Umgangs mit dem Berliner Gebäudebestand vor. Sie basiert auf Erkenntnissen aus Lehr- und Forschungsformaten des Natural Building Lab der TU Berlin und bezieht sich auf bestehende Forderungen mehrerer landes- und bundesweiter Initiativen zur Bauwende.

Im Rahmen der Jahresausstellung des Instituts für Architektur der Technischen Universität Berlin findet am Mittwoch, den 19. Juli 2024, eine Podiumsdiskussion statt, bei der diese Umbau-Agenda vorgestellt wird. Vertreterinnen und Vertreter des Berliner Abgeordnetenhauses werden gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis über die über die Punkte der Umbau-Agenda und die Möglichkeiten einer politischen Umsetzung zu diskutieren.

Die Veranstaltung ist öffentlich und aufgrund von Platzkapazitäten ist die Teilnehmer:innenzahl begrenzt. Um eine verbindliche Anmeldung per Mail (event@nbl.berlin) wird deshalb gebeten.

Weitere Informationen hier

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