Telekom Hochhaus, Konstanz, 2019 — 2026
Das Telekom-Hochhaus südöstlich der Altstadt von Konstanz ragt buchstäblich aus dem Stadtraum heraus. Nicht allein aufgrund seiner Höhe, sondern auch durch seine Architektursprache stand das Bauwerk aus den 70er Jahren lange im deutlichen Kontrast zu seinem städtebaulichen Umfeld und wurde als Fremdkörper wahrgenommen. Die Umwandlung des leerstehenden Büroturms mit 62 Meter Höhe, in ein Wohngebäude mit rund 100 Eigentumswohnungen, bot die Chance einer retrospektiven Integration und damit einer städtebaulichen Heilung.
Der Ansatz „Adaptive Re-Use“ entfaltet in diesem Kontext eine Wirkung, die über die reine Bauaufgabe hinausreicht. Durch die Umnutzung bleibt nicht nur die im Rohbau eingebettete graue Energie erhalten, während zusätzliche CO2-Emmissionen, die durch einen Neubau entstanden wären, vermieden werden. Auch die Typologie des Hochhauses an sich stellt eine zukunftsweisende Lösung für eine dichte Stadt mit hohem Grünraumanteil dar. Die Entscheidung, das Gebäude in seiner Substanz zu erhalten und mit Wohnungen zu beleben, verleiht ihm ein neues Gesicht. Seine ursprüngliche DNA bleibt dabei ablesbar, seine Wirkung wurde jedoch grundlegend neu interpretiert.
Strategie: „Adaptive Re-Use“ im Kontext einer Umwandlung von Büros zu Wohnen
Auftraggeber: BPD Immobilienentwicklung GmbH
Architekten: Sauerbruch Hutton, Berlin
Team: Jürgen Bartenschlag, Julia Blasius, Katja Correll, Maria Fernandez, Stefan Fuhlrott, Tom Geister, Vera Hartmann, Falco Herrmann, Nan Liu, Lucia Martinez Estefania, Emanuela Mendes, Katarina Petrovic, Marco Rabaglino, Saskia Vendel, Juan Lucas Young
Statik: Werner Sobek, Frankfurt am Main
Technische Gebäudeausrüstung: ATM Herbert Marks GmbH, Rottenburg-Ergenzingen und Greiner Engineering, Konstanz
Bauphysik und Akustik: GN Bauphysik Finkenberger + Kollegen, Stuttgart
Brandschutz: hhp, Berlin/München
Landschaftsplanung: SINAI, Berlin
Bruttogeschossfläche: 20.260 m²
Fotograf: Helmuth Scham
Bildnachweis: https://www.sauerbruchhutton.de/de/project/tak