Am 20.6.2022 wurde das „Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen in Berlin“ von Vertretern der Politik, der Immobilienwirtschaft und der Verbände unterzeichnet. Allerdings haben wichtige Akteure eine Unterschrift unter das Dokument abgelehnt. Zu ihnen zählt der Berliner Mieterverein und der Zentrale immobilien-Ausschuss.

Die wichtigsten Punkte der Vereinbarung sind:

• bis Ende 2026 wird der Neubau von 100.000 Wohnungen angestrebt
• möglichst die Hälfte soll im bezahlbaren und gemeinwohlorientierten Bereich realisiert werden
• 35.000 Neubauwohnungen sollen durch die landeseigenen Wohnungsgesellschaften realisiert werden
• 60.000 Neubauwohnungen sollen durch private Bauherren errichtet werden
• 5000 Neubauwohnungen sollen durch Genossenschaften gebaut werden
• zur Erfüllung dieser Ziele sollen die Bebauungsplanverfahren deutlich beschleunigt werden
• angestrebt wird, dass Bebauungsplanverfahren für den Wohnungsbau innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden
• Partizipationsverfahren sollen „zielorientiert und angemessen strukturiert werden“. Bei ihnen soll nicht das „ob“, sondern das „wie“ der Bauprojekte im Vordergrund stehen
• der Mieterschutz soll verbessert werden
• Erhöhungen der Nettokaltmiete, die zu Belastungen von mehr als 30 Prozent des jährlichen Haushaltsnettoeinkommens, sollen nicht mehr vorgenommen werden
• die großen Wohnungsunternehmen (ab 3000 Wohnungen in Berlin) sollen sich bei den Mietererhöhungen an einer Kappungsgrenze von 11 Prozent in 3 Jahren orientieren

https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1218203.php

Das Quartier am Molkenmarkt gehört zu den größten innerstädtischen Bauprojekten Berlins. Die ergebnislose Beendigung des Wettbewerbs- und Werkstattverfahrens zum Molkenmarkt am 13. September 2022 sorgte für viel Kritik.


Jetzt hat ein breites Bündnis aus rund 200 unterschiedlichen Initiativen, Verbänden und Einzelpersonen einen „Aufruf für ein soziales und ökologisches Modellquartier am Molkenmarkt“ gestartet. Ziel des Aufrufes ist ein glaubwürdiger Abschluss des Wettbewerbs- und Werkstattverfahrens Molkenmarkt, zu dem auch die in der Auslobung vorgesehene Auswahl eines Siegerentwurfs gehört. Außerdem fordert das Bündnis, dass die weitere Planung für den Molkenmarkt auf der Basis der bisher erarbeiteten Leitlinien und Wettbewerbsergebnisse erfolgt. Diese sehen ein sozial und ökologisch ausgerichtetes Quartier mit einem vielfältigen kulturellen Leben vor.


Der Aufruf wird durch das Bündnis an die beteiligten Senator*innen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz sowie für Kultur und Europa gesendet. Alle drei Senator*innen sind für die weitere Planung des Molkenmarkt-Quartiers verantwortlich, deshalb erwarten wir, dass sie sich für eine glaubwürdige Fortsetzung des Planungsprozesses einsetzen.

Unterstützer*innen melden sich bitte sich per Mail an redaktion@berlin-plattform.de

Den Aufruf mit allen Erstunterzeichnern im Wortlaut:

Aufruf

Für ein soziales und ökologisches Modellquartier am Molkenmarkt

Die Entwicklung des Molkenmarkt-Quartiers ist eine große Chance für Berlin. Hier – direkt hinter dem Roten Rathaus – kann Berlin zeigen, wie ein zukunftsweisendes Quartier unter den Bedingungen der Bauwende aussehen kann. Hier kann ein Projekt entstehen, das soziale und ökologische Ziele mit kultureller Vielfalt verbindet. Hier gibt es die Chance, Dinge zu verwirklichen, an denen es in Berlin einen großen Bedarf gibt – wie bezahlbare Wohnungen, kostengünstige und flexible Räume für die Kultur.

In den letzten Jahren haben sich an diesem Standort hoffnungsvolle Entwicklungen vollzogen. Hier wurde zum ersten Mal bewusst ein Innenstadtquartier mit den Anforderungen der Bauwende konfrontiert. In einem aufwändigen Partizipationsverfahren wurden dazu 8 Leitlinien erarbeitet, die bezahlbare Wohnungen, kostengünstige Kulturräume in einer dichten städtischen Umgebung in der historischen Innenstadt mit den Anforderungen an Klimawandel und Klimaresilienz zusammen bringen. Zudem wurde beschlossen, dass die landeseigenen Grundstücke nicht privatisiert, sondern durch landeseigene Wohnungsgesellschaften entwickelt werden sollten.

Das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt hat gezeigt, dass diese Leitlinien auch umsetzbar sind. Der Entwurf von OS arkitekter mit czyborra klingbeil architekturwerkstatt, der in der ersten Wettbewerbsphase prämiert wurde, konnte den Leitlinien voll entsprechen. Aber auch der zweite prämierte Entwurf von Bernd Albers, Silvia Malcovati und Vogt Landschaftsarchitekten hat im Verlauf des Werkstattverfahrens eine stärkere soziale und ökologische Ausrichtung erfahren.

Umso unverständlicher ist, dass diese Verfahren am 13. September 2022 ohne die Auswahl eines Entwurfs für die Weiterarbeit beendet wurden. Dieses Vorgehen steht im Gegensatz zur Auslobung, in der es heißt:

„Zum Abschluss des Werkstattverfahrens tritt das Preisgericht erneut zusammen und berät über die Empfehlung eines der beiden Entwürfe als Grundlage einer Charta für die Entwicklung am Molkenmarkt.“ 

Nun will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen den Rahmenplan für den Molkenmarkt ohne klare Grundlage erarbeiten. Diese intransparente Vorgehensweise wird der Bedeutung dieses Ortes nicht gerecht. Die Gefahr ist groß, dass die Ergebnisse des bisherigen Verfahrens missachtet werden und am Ende ein Entwurf steht, der den Leitlinien nicht mehr gerecht wird.

Diese willkürliche Beendigung des Verfahrens missachtet die hohen ideellen wie ökonomischen Investitionen aller an den Verfahren teilnehmenden Architekt*innen und insbesondere der Gewinner des Wettbewerbs, die sich mit sehr engagierten Beiträgen auf das zweite Werkstattverfahren in vollem Vertrauen eingelassen haben. Das Verfahren muss deshalb, wie in der Auslobung vorgesehen, unter Wahrung der Autorenschaft eines Teams und mit der Auswahl eines Entwurfs für die Weiterarbeit abgeschlossen, das weitere Vorgehen transparent gestaltet und die Einhaltung der Leitlinien gesichert werden.

Bei der weiteren Planung müssen die Ergebnisse des Partizipationsverfahrens und des Wettbewerbs- und Werkstattverfahrens zugrunde gelegt werden. Zu diesen zählen vor allem:

– klimagerechte Gestaltung mit großen unversiegelten Flächen für die Regenwasserversickerung, grünen Fassaden und Solarnutzung auf den Dächern

– begrünte, autoarme Straßen mit möglichst vielen Bäumen

– großzügige, begrünte Außenräume

– Verwendung von klimafreundlichen Baustoffen und Bautechniken

– flexible Grundrisse, die vielfältige Nutzungen erlauben

– effizientes, bezahlbares und vielfältiges Wohnangebot, kostengünstige Kulturräume

– proaktiver und sensibler Umgang mit der wechselhaften Geschichte des Ortes

Die politisch Verantwortlichen, insbesondere Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey (SPD) und der Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Andreas Geisel (SPD) sind nun aufgefordert, das demokratische Verfahren in vollem Umfang durchzusetzen.

Erstunterzeichner*innen

Ernst-Wolf Abée, Architekt AIV SRL, Berlin

Prof. Renate Abelmann, avp architekten bda architekten partnerschaft mbB, Berlin

AfA – Aktiv für Architektur

Dr. Moritz Ahlert, Habitat Unit, Technische Universität Berlin

Anwohnerinitiative Ernst-Thälmann-Park 

Horst Arenz, AG Gesetz Mietenvolksentscheid, Berlin

Katleen Arthen, studio katleen arthen, Berlin

Georg Balzer, Stadtplaner, Büro STADTLANDPROJEKTE, Berlin

Dorota Maria Baraniecka, Architektin, Berlin

Prof. Günter Barczik, HMGB Architekten, Berlin, Fachhochschule Erfurt

Fabian Barthel, Architekt, Münster / Berlin

Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt e.V.

Berliner Mieterverein e.V.

Susanne Bernstein, Fluss Bad Berlin

Dr. Matthias Bernt, Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) Erkner

Bizim Kiez – Für lebendige Nachbarschaften und eine solidarische Stadt

Jessica Borchardt, BAID architektur gmbh, Hamburg

Peter Born, Stadtführer, Berlin

Christian von Borries, Künstler, Berlin

Christian von Borries, Künstler, Berlin

Ignacio Boscolo, Architekt, Berlin

Daniela Brahm / ExRotaprint gGmbH, Berlin

Prof. Dr. Klaus Brake, Assoziierter Wissenschaftler am Center for Metropolitan Studies der Technischen Universität Berlin

Josef Brandl, Szenenbildner, Berlin

Dr. Guido Brendgens, Referent für Stadtentwicklung und Umwelt, Landwirtschaft und Tierschutz, Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus von Berlin

Carolin Brenner, Fluss Bad Berlin

Veronika Brugger, Kommunikationsberatung, Architekturvermittlung, Museologie, Mediation, Berlin

Antje Buchholz, BARarchitekten Berlin


Bürgerinitiative Jahnsportpark

Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA LV Berlin

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Berlin

Jack Burnett-Stuart, BARarchitekten, Berlin

Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow, Architektin und Stadtplanerin, Technische Universität Braunschweig

Changing Cities e.V.

Leonhard Clemens | LNCL, Architekt, Berlin

c/o now (Tobias Hönig, Andrijana Ivanda, Markus Rampl, Paul Reinhardt, Duy An Tran, Ksenija Zdešar), Berlin

Hans-Jürgen Comerell, Aedes Architecture Forum, Berlin

Robert Conrad, Dipl. Ing. Arch., Fotografie, Berlin


coopdisco (Anna Heilgemeir, Aslı Varol, Dagmar Pelger, Franzi Ayoka Ebeler, Lisa Rochlitzer, Martha Ingund Wegewitz, Pedro Coelho, Roberta Burghardt, Steffen Klotz), Berlin

Eva Dedering, Architektin, dgk architekten gmbh, Berlin

Philipp Dittus, Architekt, Berlin

Kai Dolata, urbikon.com bauen | forschen | kommunizieren, Berlin

Marc Benjamin Drewes, marc benjamin drewes ARCHITEKTUREN, Berlin

Lutz Dühr, DIE LINKE. Berlin

Dr. Hildtrud Ebert, Kunstwissenschaftlerin, Berlin

Jan Edler, realities:united & Fluss Bad Berlin

Tim Edler, realities:united & Fluss Bad Berlin

Beate Engelhorn, Haus der Architektur | House of Architecture, Künstlerische Leitung, Graz

Romina Falk, INTO STORIES architecture and beyond, Berlin

Prof. Niklas Fanelsa, Atelier Fanelsa, Technische Universität München

Dr. h.c. Kristin Feireiss, Aedes Architecture Forum, Berlin

Henry Fenzlein, Octagon Architekturkollektiv, Leipzig

Francesca Ferguson, MAKE_SHIFT gGmbH, Berlin

Dr. Thomas Flierl, Bauhistoriker und Publizist, Hermann-Henselmann-Stiftung, Berlin

Andreas Foidl, Belius GmbH, ZKB/ Haus der Statistik, Lenkungskreis Initiative Stadt Neudenken Berlin.

Laura Fogarasi-Ludloff, Ludloff Ludloff Architekten GmbH, Berlin

Thilo Folkerts, 100Landschaftsarchitektur, Berlin

Freunde des Mauerparks e.V.

Sophia Frommel, INTO STORIES architecture and beyond, Berlin

Franziska Füller, TESSERAE Urban Social Research, Berlin

Gastprof. Christian Gänshirt, Politecnico di Milano, Mailand

Cornelia Galuschka, Dipl.-Ing. Architektin, RRP ARCHITEKTEN + INGENIEURE, München

Prof. Finn Geipel, LIN Labor Integrativ, Technische Universität Berlin

Andrea Geldner, Landschaftsarchitektin, Berlin

Katalin Gennburg, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt & Tourismus, Fraktion DIE LINKE

Elisa Gersdorf, Architektin, Berlin

Karsten Gottwald, M.R Architekten; Berlin

Oxana Gourinovitch, Architektin und Architekturhistorikerin, RWTH Aachen

Prof. Nanni Grau, Hütten & Paläste, Berlin

Annett Gröschner, Schriftstellerin, Berlin

Nils Grube, Technische Universität Berlin, Planungstheorie und Analyse städtischer und regionaler Politiken

Dr. Matthias Grünzig, Architekturjournalist und Bauhistoriker, Bürger*innen-Vertreter Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt, Berlin

Dipl.-Ing. Reinhard Hasselbach, ARCHITEKTURCONTEXT, Berlin

Christoph Heinemann, Institut für angewandte Urbanistik (ifau), Berlin

Tilman Heiring, Architekt, Berlin

Susanne Heiß, Institut für angewandte Urbanistik (ifau), Berlin

Mathias Heyden, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Bürger*innenbeteiligung & Vernetzung, AKS Gemeinwohl, Berlin

Angelika Hinterbrandner, kntxtr/spaceforfuture.org, Berlin

Fabian Hörmann, EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli Architekten AG | ETH | SIA | BSA, Zürich

Lucas Hövelmann, Studio Maurermeier, München


Anja Hoffmann, propr, Berlin

Silvia Hollmann, Architektin, Berlin

Anna Hopp, Dipl.-Ing. Architektin BDA, annahopp architekten, Berlin

Initiative Deutsche Wohnen & Co. Enteignen

Initiative Offene Mitte Berlin

Initiative WEM GEHÖRT BERLIN

IVAB, Interessenvertretung der verbandsungebundener Architektinnen & Architekten Berlin 

Philipp Jamme, Architekt BDA, Potsdam

Hanna Jensen, Architektin, Berlin

Johan Jensen, Dipl.Ing. Architekt, Berlin

Prof. Tom Kaden, KadenGmbH​, Berlin

Susanna Kahlefeld, MdA, Sprecherin für: „Engagement & Beteiligung“, „Europa“, „Religionspolitik“, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Dr. Christa Kamleithner, Architekturtheoretikerin, BTU Cottbus-Senftenberg

Mara Kanthak, Architektin

Thomas Kantschew, Kunsthistoriker, Berlin

Gerd Kaufmann, Sozialwissenschaftler, Berlin

Boris Kazanski, Architekt, FRAIA, Kazanski. Keilhacker Urban Design. Architektur, Berlin

Theresa Keilhacker, Architektin, Kazanski. Keilhacker Urban Design. Architektur, Berlin

Christian Keller, Dipl.-Ing. Architekt BDA, ka I keller architekten gmbh, Cottbus

Arne Keßler, KEßLER PLESCHER ARCHITEKTEN, Köln

Wolfgang Kil, Architekturkritiker und Publizist, Berlin

Carmen Klören, Architektin, Berlin

Ole Kloss, Filmausstatter, Berlin

Ferdinand Knecht, Architekt, Berlin

Prof. Bernd Kniess, Dean of Urban Design, HafenCity University Hamburg

Koalition der Freien Szene Berlin

Doris Koch, Büro komPleX, Berlin

Florian Köhl, fatkoehl architekten & Quest, Berlin

Burkhard Köhler, Architekt, Berlin

Julia Köpper, Octagon Architekturkollektiv, Leipzig

Milena Kalojanov, Dipl. Ing. Landschaftsarchitektin, Berlin

Prof. em.  Ingrid Krau, München

Prof. Dr. Joachim Krausse, Hochschule Anhalt, Dessau

Prof. Thomas Kröger, Thomas Kröger Architekten, Berlin

Andreas Krüger, Belius GmbH & Stiftung, ZKB/ Haus der Statistik, Lenkungskreis Initiative Stadt Neudenken, Moderation Runder Tisch Liegenschaftspolitik Berlin.

Inga Krumme, KEßLER PLESCHER ARCHITEKTEN, Köln

Margrit Kühl, Dipl.Ing. Arch., Architekturhistorikerin, Berlin

Prof.in Tanja Kullack zweikant | architekturen Köln

Urs Kumberger, TELEINTERNETCAFE Architektur und Urbanismus, Berlin

Jan-Oliver Kunze, Dipl.-Ing. Architekt, MARS ARCHITEKTEN, Berlin

LAG Planen Bauen Wohnen Stadtentwicklung, Bündnis 90/Die Grünen Berlin

Dr. Bastian Lange, PD, Multiplicities-Berlin

Alexander v. Lenthe, Architekt, Berlin

Malte Looff, Architekt, Studio Qwertz, Berlin

Alois Lorscheider-Brinkmann, LOIS-architekturatelier, Niestetal-Kassel

Frauke Luther, Kultur Projekte Management, Mediatorin, Berlin

Michael v. Matuschka, BARarchitekten, Berlin

Mathias Maurerlechner, Studio Maurermeier, München

Julian Meisen, COMMON AGENCY, Berlin

Dr. Janet Merkel, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Technische Universität Berlin 

Prof. Ute Margarete Meyer, Stuttgart

Dr. Roland Meyer, Kunst- und Medienwissenschaftler, BTU Cottbus-Senftenberg

Neele Müller M.Sc. Architektin

Prof. Sabine Müller / SMAQ / AHO, Berlin 

Ulrich Müller, Architektur Galerie Berlin

Tilman Müngersdorf, Architekt, Berlin

Prof. Gernot Nalbach, Nalbach + Nalbach, Berlin

Martin Neander, Dipl.-Ing. Architekt, KINZO Architekten GmbH, Berlin

Neue Gesellschaft für bildende Kunst nGbK

Anh-Linh Ngo, Chefredakteur und Mitherausgeber, ARCH+

Karin Ocker, Dipl. Ing. Architektin MSc, Berlin

Prof. Martin Ostermann, magma architecture GmbH, Berlin

Prof. Dr. Philipp Oswalt, Architekt und Publizist, Universität Kassel

Timo Panzer, Architekt, Berlin

Prof. Ralf Pasel, PASEL-K Architects, Technische Universität Berlin

Jürgen Patzak-Poor, BARarchitekten, Berlin

Dr. Nina Pawlicki, Technische Universität Berlin, Natural Building Lab

Marcus Peter, Dipl.-Ing- Architektur, Berlin

Elise Pischetsrieder, weberbrunner berlin Gesellschaft von Architekten mbH

Plattform Nachwuchsarchitekt*innen

Katrin Julia Plescher, KEßLER PLESCHER ARCHITEKTEN, Köln

Slavis Poczebutas, MEKADO Studio for Design | Architecture | Urbanism, Berlin

Christian Posthofen, Raumphilosoph, Berlin

Prof. Dr. Riklef Rambow, Professur Architekturkommunikation, Karlsruher Institut für Technologie

Rat für die Künste Berlin

Dr. Eva von Redecker, Philosophin und Autorin, Humboldt-Universität Berlin

Johann Reißer, Schriftsteller, Berlin

Margit Renatus, Blaufisch Architekten, Berlin

Prof. Stefan Rettich, KARO* architekten, Leipzig

Johannes Reuter, Dipl.-Ing. Architekt, REUTER SCHOGER ARCHITEKTUR INNENARCHITEKTUR  Part mbB, Berlin

Tony Rhiem, Dipl.-Ing. Architekt, Rhiem Pollok Architekten GbR, Berlin

Eike Richter, Vorsitzender bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen Landesgruppe Berlin / Brandenburg e.V. 

Johannes Riedner, Berlin

Bianca Ringwald, Fluss Bad Berlin, Beteiligung & Vermittlung / Fluss Bad Garten, Berlin

Prof. Ariane Röntz, Landschaftsarchitektin, Universität Kassel

Lorenz Rollhäuser, Sound + Text, Berlin

Prof. Eike Roswag-Klinge, Technische Universität Berlin, Institute of Architecture

Ilka Ruby, RUBY PRESS, Berlin

Eloise Rudolph, Architektin, Berlin

Prof. Dr. Moritz Rumpf, Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Architektur

Ingrid Sabatier (ISSS research | architecture | urbanism), Architektin, Berlin

Matthias Sauerbruch, Sauerbruch Hutton, Berlin

Georg Scharegg, Theater TD Berlin

Andrea Schildt, Architektin, Berlin

Barbara Schindler, Redaktion ARCH+, Berlin

Wenke Schladitz, Christoph Wagner Architekten BDA, Berlin

Lukas Schlicht, Architekt, Berlin

Maria Schlosser, Architektin, Berlin

Christoph Schmidt, Institut für angewandte Urbanistik (ifau), Berlin

Schöne Städte e.V. 

Frank Schönert, Hütten & Paläste, Berlin

Kristina Schönwälder, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektin, Berlin

Wencke Katharina Schoger, Dipl.-Ing. Innenarchitektin, REUTER SCHOGER  ARCHITEKTUR INNENARCHITEKTUR  Part mbB, Berlin

Pia Schreckenbach, Architektin, Berlin

Stephan Schwarz, Architekt, ISSS research | architecture | urbanism, Berlin

Julian Schwarze, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Sprecher für Stadtentwicklung,

für Tourismus und für Clubkultur, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Valerie Servais, Architektin, Berlin

Sheila Seyfert-Menzel, Brand Development, Corporate Design, Editorial 
und Webdesign, Berlin

Oliver von Spreckelsen, Ludescher von Spreckelsen Architekturbüro, Berlin

Philip Stapel, Octagon Architekturkollektiv, Leipzig

Prof. Claus Steffan, Technische Universität Berlin, PSA Pfletscher und Steffan – Architekten und Ingenieure, München

Dr. Anja Steglich, StadtManufaktur, Technische Universität Berlin

Dr. Anna Steigemann, Technische Universität Berlin, Habitat Unit

Wolfgang Steinel, wolfgang steinel architektur, Berlin

Sibylle Streck, Dipl. Ing. Architektin, gorinistreck architekten, Berlin

Eric Sturm, Publizist und Berater für digitale Kommunikation, Berlin

Katharina Sütterlin, Dipl. ing. Architektin, Bauereignis Sütterlin Wagner, Berlin

Theater TD Berlin

Stefan Thimmel, Dipl. Ing.-Arch., Hermann-Henselmann-Stiftung, Berlin

Anna-Maria Tiedemann, Architektin, Berlin

Hannes Töpper, Architekt, Berlin

Peter Tschada, Architekt Dipl. Ing BDA, orange architekten, Berlin

Prof. Dr.-Ing. Friedrich Tuczek, Architekt BDA, raumzeit, Fachhochschule Erfurt

Hildegard Ullrich, Architektin, Berlin

Upstall Kreuzberg, Initiative für nachhaltige und soziale Stadtentwicklung

urban fragment observatory – Jeanne Astrup-Chauvaux, Sebastian Díaz de León, Lena Löhnert, Florine Schüschke, Berlin

Vernetzungstreffen Rathausblock, Berlin

Walter Vielain, avp architekten bda architekten partnerschaft mbB, Berlin

Cornelius Voss, COMMON AGENCY, Berlin

Christoph Wagner, Christoph Wagner Architekten BDA, Berlin

Prof. Tobias Wallisser, Abk Stuttgart, Partner L-A-V-A Berlin

Alexander Walter, AfA – Aktiv für Architektur, Berlin

Anna Weber, Architektin Dipl. Ing BDA, orange architekten, Berlin

Ina Weber, Künstlerin und Professorin an der Universität der Künste Berlin

David Wegener, sauerbruch hutton, Berlin

Dr. Thomas Welter, Bundesgeschäftsführer Bund Deutscher Architektinnen und Architekten B D A

Birgit Wend, Architektin und Stadtplanerin, Berlin

Liss Christine Werner, Architektin, Tactile Architecture, Berlin

Markus Wiese, Octagon Architekturkollektiv, Leipzig 

Dr. Susanne Willems, Historikerin, Berlin

Konrad Wolf, INTO STORIES architecture and beyond, Berlin

Xberger wohnverwandtschaften

Juliane Zach, Architektin, Zach Architekten, Berlin

Andrea Zaia, Architektin, Berlin

Die Zusammenarbeiter – Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin 

Unterzeichner*innen

ARGE: (Corinna Studier; Kristin Lazarova; Christian Uhl; Paco Motzer), Berlin

Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung

Marlen Böhme, Architektin,Consulting and Communications, Berlin

Prof. Dr.-Ing. Verena Brehm, Architektin, CITYFÖRSTER architecture + urbanism, Hannover 

Inken Bühring, Architektin, Berin

Bürgerinitiative Grüner Kiez Pankow

Bürgerinitiative Vesaliuskiez

Bund Deutscher Architektinnen und Architekten, (BDA) Landesverband Brandenburg

Julia Dimitroff, Geigenbauwerkstatt, Berlin

Prof. Katharina Feldhusen, ff-Architekten, Berlin

Ralf Fleckenstein, ff-Architekten, Berlin

GloReiche Nachbarschaft, Berlin

Barbara Gstaltmayr, pr : kunst kultur projekte berlin

Oliver Heckmann, Director, URBAN HOUSING LAB, Berlin

Ludwig Heimbach, ludwig heimbach architektur

dwb BDA ADAN, Köln / Berlin

Antonia Herrscher, Journalistin, Berlin

Initiative Klimakunsthallen Berlin

Initiative Volksentscheid Berlin autofrei

Gabriele Jäger, Berlin

Kai Kendzierski, Architekt, Berlin

Birgit Klauck, Technische Universität Berlin, Institut für Architektur

Leerstandsmelder Berlin

Liv Lees

Prof. Christiano Lepratti, -male Architekten, Berlin

Vera Martinez, -male Architekten, Berlin

Markus Pfeifer, Dipl.-Ing. Architekt, pfeiferstudio Planungsgesellschaft mbH, Berlin

Susanne Priebs, Technische Universität Dortmund

Christine Schmidt, Bildungsforscherin, Berlin

Victoria Sohnrey, Expertin für nachhaltiges Bauen | Blue Monkey Engineering, Berlin

Gregor Tangerding, Architekt, Berlin

Dr. Karsten Velbinger, Berlin



Der interessierte Bürger Ole Kloss hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen am 4. Mai 2022 um Informationen zum weiteren Ablauf des Wettbewerbs- und Werkstattverfahrens Molkenmarkt gebeten. Als Antwort erhielt er am 7. Juni 2022 eine Mail von Dr. Arne Siegler, Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, in dem der damals geplante Ablauf dargestellt wurde. Aus dieser Mail geht eindeutig vor, dass das Verfahren mit der Auswahl eines Entwurfs zu Ende gehen sollte.

Wir dokumentieren die Mail im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Kloss,

im Namen der Senatsbaudirektorin, Frau Professor Petra Kahlfeldt, möchte ich Ihnen recht herzlich für die Zusendung Ihrer E-Mail vom 4. Mai 2022 und die darin formulierten Fragen danken, da sie nochmals auf einen wesentlichen Punkt der laufenden fachlichen Diskussion hinweisen.

Die Entwurfsteams haben anhand der Vorgaben der Wettbewerbsauslobung  eine Vielzahl an städtebaulich relevanten Vorgaben u.a. aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Mobilität und Entsorgung, Kultur und Archäologie sowie Städtebau und Architektur bei der Entwurfserarbeitung zu berücksichtigen. Die entwerfenden Büros setzen dabei Akzente aus ihrer individuellen städtebaulichen Entwurfslogik und -konzeption und können diese nach Hinweisen aus der Jury bzw. aus den öffentlichen Werkstätten überarbeiten. In der Jury sind u.a. die Wohnungsbaugesellschaften des Landes Berlins als Preisrichtende mit vertreten und sichern die Ergebnisqualität für eine Umsetzung nach ihren Vorstellungen.

In der Auseinandersetzung beider städtebaulichen Entwürfe gilt es insbesondere den Abgleich zwischen den baulichen Anforderungen an die Herstellung und den Betrieb sozialpreisgedämpften Wohnraums durch die Wohnungsbaugesellschaften des Landes Berlins einerseits und einer hochwertigen architektonischen Gestaltung der Gebäude und des Gebäudeumfelds andererseits zu betrachten und hierin Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ein Team hat sich dabei im Entwurf auf einen konzeptionellen Ansatz konzentriert, der eine differenzierte, stark an den historischen Parzellengrößen und Gebäudeformen angelehnte Baustruktur vorsieht.

Hierbei steht im weiteren Verfahren insbesondere die Klärung der von Ihnen aufgeworfenen Frage nach der Kleinteiligkeit der einzelnen Parzellen auf den Grundstücken in Abgleich zur Flexibilität der Unterbringung der angestrebten Nutzungen. Im Wesentlichen bedeutet das grundsätzlich abzustimmen, welche Gebäudegrößen an welcher Stelle für die anzusiedelnden Nutzungen bestmöglich mit den Anforderungen an die Integration bodenarchäologischer Funde, des Bauordnungsrechts sowie den Vorgaben der Herstellung von Wohn-, Gewerbe- und Kulturflächen nach den Vorgaben der Kooperationsvereinbarungen umsetzbar sind.

Die Entwürfe werden auf diese Anforderungen reagieren und nicht zuletzt durch fachliche Ergänzungen u.a. durch die Wohnungsbaugesellschaften Anpassungen erfahren. Damit ist der bereits angesprochene kaskadierender Prozess der Überarbeitung und Weiterentwicklung der Entwürfe durch die Entwurfsteams nach den Überarbeitungsempfehlungen verbunden, so dass im letzten Verfahrensschritt des Werkstattverfahrens ein Entwurf durch die Jury ausgewählt werden kann, dessen quartiersbezogenen, konzeptionelle Aussagen stark genug sind, die Grundprinzipien der Nutzung und Gestaltung des Gesamtquartiers zu definieren und gleichzeitig genügend Spielraum zu eröffnen, die nachfolgenden Hochbau- und Freiraumwettbewerbe in diesem  Gestaltungs- und Nutzungsrahmen auszugestalten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben und würde mich freuen, wenn Sie den Prozess der Quartiersentwicklung Molkenmarkt auch weiterhin verfolgen. Dies können Sie besonders einfach über www.molkenmarkt.berlin.de tun.

Sollten Sie darüber hinaus gehenden Informationsbedarf haben, können Sie sich mit Ihrem anliegen auch gerne unter molkenmarkt@senstadt.berlin.de an die Kolleginnen und Kollegen wenden.

Bei Fragen können Sie mich gerne ansprechen.

Beste Grüße,

Dr.-Ing. Arne Siegler

Abteilung Städtebau und Projekte | Referat II A

Innere Stadt und Hauptstadtangelegenheiten

Fehrbelliner Platz 4

Raum 4.022

10707 Berlin

T: +49 (0)30 90139 4478

M: +49 (0)172 3227514

www.stadtentwicklung.berlin.de

Am 17.9.2022 fand die erste öffentlich Werkstatt Bauakademie statt. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch Vorträge von Guido Spars (Direktor Bundesstiftung Bauakademie), Jan Mende (Stadtmuseum Berlin) und Martin Pauli (Europe Foresight Leader, ARUP) Während Jan Mende über die Geschichte der Bauakademie referierte, präsentierte Martin Pauli einen Überblick über die Herausforderungen für das Bauen der Zukunft.

Guido Spars informierte über den Planungsprozess für die Bauakademie. Spars legte dar, dass in einem Programmwettbewerb bereits 13 Thesen für die Zukunft der Bauakademie erarbeitet wurden, die die Basis für die weiteren Planung bilden. Aktuell werden weitere Grundlagen für einen Realisierungswettbewerb erarbeitet: Ein Expertengremium, der ThinkTank Bauakademie, wird bis zum 6. Oktober 2022 Empfehlungen erarbeiten. Parallel laufen öffentliche Werkstätten, in denen die Bürger*innen ihre Vorstellungen einbringen können. Den anschließenden Realisierungswettbewerb beschrieb Spars als ein „Entdeckungsverfahren“, in dem möglichst offen nach einer guten Lösung gesucht werden soll.

Im aktuellen Verfahren soll zuerst über die Nutzungen, die ökologischen Anforderungen und die Programmierung des Gebäudes diskutiert werden. Erst zum Schluss soll über Fassadenfragen debattiert werden. Spars machte deutlich, dass der Neubau der Bauakademie ein komplexes Vorhaben ist, bei dem vielfältige Aspekte berücksichtigt werden müssen. Mehrfach wandte er sich gegen Versuche, die Diskussion auf die Fassadenfrage zu verkürzen. Auch erklärte er, dass der Bund das Geld für die Bauakademie nur freigeben würde, wenn eine Lösung gefunden wird, „die Maßstäbe setzt“.

Nach den Vorträgen konnten die Teilnehmer*innen in drei Räumen zu den Themen Nutzung/Programminhalt, Nachhaltigkeit/Klima und Herkunft/Zukunft/Gestaltung diskutieren. Anschließend wurden die Ideen zu Botschaften an den ThinkTank verdichtet, über die zum Schluss abgestimmt wurde. Folgende Botschaften erhielten die größte Zustimmung:

1.young professionals in die Jury

2.Soviel Innovation wie möglich

3.Ernstgemeinte Botschaft: Mut zum Provisorium

4.24 h Nutzung, mehrere Betreiber

5.Nicht bauen als Alternative mitdenken – nach den Erfahrungen mit dem rekonstruierten Schloss / Humboldtforum

6.Soviel Rekonstruktion wie möglich

7.Eine relevante Beteiligung junger Architekten (Büros) sicherstellen

8.3.Tagung der Werkstatt – nach Formulierung der Wettbewerbsunterlagen und Besetzung der Jury

9.Soviel Ziegel wie möglich (Bestand aus der Region)

10.Laboracharakter auf der Baustelle

-Schritt für Schritt

-Ergebnisse überprüfen

-Freiräume gestalten

Am Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt war auch ein Bürgervertreter beteiligt. Der Bürgervertreter Matthias Grünzig hat nach der ergebnislosen Beendigung des Verfahrens eine Stellungnahme verfasst und an die stadtentwicklungspolitischen Sprecher aller Fraktionen des Abgeordnetenhauses (außer der AfD) verschickt. Diese Stellungnahme dokumentieren wir nachfolgend im Wortlaut:

„Das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt war Teil eines aufwendigen Planungsprozesses. Den Anfang markierte ein umfangreiches Partizipationsverfahren, in dem die Bürger*innen ihre Vorstellungen zur Zukunft dieses Areals einbringen konnten. Die Ergebnisse wurden im Mai 2021 in Form von 8 Leitlinien festgeschrieben. Zentrale Punkte waren bezahlbare Wohnungen, flexible Räume für die Kultur, eine klimagerechte Gestaltung und die Sichtbarmachung archäologischer Zeugnisse.

Auf Grundlage dieser Leitlinien wurde im August 2021 das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt gestartet. In der Auslobung wurde von den Wettbewerbsteilnehmern ausdrücklich die Beachtung der 8 Leitlinien verlangt. An diesem Verfahren war ich als Bürgervertreter beteiligt. Ich habe es als meine Aufgabe angesehen, immer wieder die Berücksichtigung der aus der Bürger*innenbeteiligung hervorgegangenen 8 Leitlinien einzufordern.

In einer ersten Phase wurden durch das Preisgericht am 29. und 30. November 2021 zwei Entwürfe für die weitere Bearbeitung ausgewählt. Der Entwurf von OS arkitekter (Kopenhagen) mit czyborra klingbeil architekturwerkstatt (Berlin) legte von Anfang an einen Schwerpunkt auf soziale und ökologische Aspekte. Er plante flexible Gebäude auf Basis einer Skelettkonstruktion aus Holz, die differenzierte Räume für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten geboten hätten. Die Planer entwickelten ein effizientes Erschließungssystem, das mit wenigen Erschließungskernen auskam und deshalb für günstige Bau- und Betriebskosten gesorgt hätte. Zugleich legte der Entwurf großen Wert auf Ökologie. Er plante stark begrünte autoarme Straßen, Versickerungsmulden für das Regenwasser, begrünte Fassaden und großzügige Höfe mit zahlreichen Bäumen. Photovoltaikanlagen auf den Dächern gehörten ebenso zum Konzept wie Gemeinschaftsgärten. Zudem schlug der Entwurf die Schaffung eines „Kulturpfades“ vor, an dem die öffentlichkeitswirksamen kulturellen Nutzungen angeordnet werden sollten.

Der Entwurf des Büros Bernd Albers (Berlin) mit Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich) orientierte sich ursprünglich an der Parzellenstruktur von 1910 und versuchte, diese möglichst weitgehend wieder herzustellen. Er sah deutlich schmalere Häuser vor. Das Thema klimagerechter Städtebau spielte eine geringere Rolle. Steinerne Straßen, enge Höfe, wenige Bäume, das Fehlen von Versickerungsflächen für das Regenwasser und Photovoltaikanlagen auf den Dächern waren Kennzeichen des Entwurfs. Dieser Entwurf stand deshalb zunächst in einem Konflikt mit den Leitlinien.

In der zweiten Werkstattphase ab Januar 2022 wurden beide Entwürfe im Dialog mit dem Preisgericht überarbeitet. In diesem Prozess leisteten die Mitglieder des Preisgerichts eine sehr kompetente und konstruktive Arbeit. Vor allem der Entwurf des Teams Bernd Albers / Vogt Landschaftsarchitekten erfuhr eine grundlegende Veränderung. Beispielsweise stellte sich heraus, dass die vorgeschlagenen schmalen Häuser mit der Forderung nach bezahlbaren Wohnungen nicht in Übereinstimmung zu bringen waren. Vor allem die zahlreichen Treppenhauskerne mit Aufzügen hätten zu hohen Bau- und Betriebskosten geführt. Das Teams Albers / Vogt reagierte auf diese Erkenntnis mit einer Veränderung seines Entwurfs: Die teilweise sehr schmalen Häuser wurden durch größere Gebäude ersetzt. Die Zahl der Erschließungskerne wurde deutlich reduziert. Zudem wurde die Flexibilität verbessert: Ein Großteil der Gebäude wurde nun als Skelettkonstruktionen geplant.

Eine weitere Überarbeitung betraf die klimagerechte Gestaltung: Es stellte sich heraus, das enge Höfe, steinerne Straßen und der Verzicht auf Versickerungsflächen schwer mit den Anforderungen des Klimawandels in Einklang zu bringen waren. Das Team Albers / Vogt reagierte auch auf diese Hinweise mit grundlegenden Veränderungen: Die sehr engen Höfe wurden großzügiger gestaltet, in den Höfen und auf den Straßen wurden Versickerungsflächen für das Regenwasser angeordnet, auf den Häusern wurden grüne Dächer mit Solarnutzung geplant.

Insgesamt kam es im Verlauf des Werkstattverfahrens zu einer Annäherung des Entwurfs von Albers / Vogt an den Entwurf von OS arkitekter / czyborra klingbeil. Die Entwürfe, die am 12. September 2022 auf einem Bürger*innen-Abend vorgestellt wurden, waren realisierungsfähig und entsprachen in großen Teilen den Leitlinien, wobei der Entwurf des Teams OS arkitekter / czyborra klingbeil noch stärker den Leitlinien gerecht wurde. Dieser Entwurf hätte eine sehr gute Grundlage für den weiteren Planungsprozess geboten. Mehr noch: Er hätte die Chance eröffnet, das Molkenmarkt-Quartier zu einem klimagerechten Modellquartier mit überregionaler Ausstrahlung zu entwickeln.

Umso größer war die Überraschung, als das Verfahren am 13. September 2022 ohne eine Entscheidung für einen Entwurf beendet wurde. Diese Entscheidung war keine Entscheidung des Preisgerichts. Es hatte nie eine Abstimmung des Preisgerichts über das weitere Vorgehen stattgefunden. Vielmehr wurde diese Entscheidung zu Beginn der Preisgerichtssitzung am 13. September von der Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt mitgeteilt. Die Senatsbaudirektorin hat mehrfach erklärt, dass diese Nicht-Entscheidung schon im Auslobungstext vorgesehen gewesen wäre. Doch diese Aussage ist falsch. Denn im Auslobungstext heißt es ganz klar:

„Zum Abschluss des Werkstattverfahrens tritt das Preisgericht erneut zusammen und berät

über die Empfehlung eines der beiden Entwürfe als Grundlage einer Charta für die Entwicklung am Molkenmarkt.“ S. 9

Die ergebnislose Beendigung des Verfahrens ist deshalb inakzeptabel und stellt einen schweren Vertrauensbruch dar. Beide Teams haben viel Arbeit in dieses Verfahren investiert und stehen nun ohne Ergebnis da. Welche Architekten werden sich künftig noch an Wettbewerben in Berlin beteiligen, wenn mit ihnen so willkürlich umgegangen wird?

Noch unverständlicher ist die Entscheidung, dass der weitere Planungsprozess durch die Verwaltung ohne Beteiligung eines der beiden Teams durchgeführt werden soll. Dieses Vorgehen birgt die Gefahr, dass ein jahrelanges Verfahren, in das viel Engagement und Kompetenz eingeflossen ist, nun völlig im Sande verläuft.

Aus diesen Einschätzungen ergeben sich folgende Forderungen für das weitere Verfahren:

1.Das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren muss auf eine glaubwürdige Weise zu Ende gebracht werden. Zu dieser Glaubwürdigkeit gehört, dass das Preisgericht nochmals zusammentritt und – wie in der Auslobung vorgesehen – einen Entwurf als Grundlage für die Charta empfiehlt.

2.Die Leitlinien und die konsensual erarbeiteten Erkenntnisse aus dem Wettbewerbs- und Werkstattverfahren müssen auch künftig die Grundlage für die weiteren Planungsschritte bilden. Folgende Punkte sind dabei zentral:

-größere Gebäudeeinheiten mit wenigen Erschließungskernen

-flexible Gebäude auf Basis von Skelettkonstruktionen mit wenigen Brandwänden

-stark begrünte Höfe und Straßen

-möglichst umfangreiche Baumpflanzungen

-begrünte Fassaden

-Versickerungsflächen in Höfen und Straßen zur Regenwasserableitung

-grüne Dächer, kombiniert mit Photovoltaiknutzung

-Anordnung der kulturellen Nutzungen zu einem attraktiven Kulturpfad“

Die Ernennung von Petra Kahlfeldt zur Senatsbaudirektorin im Dezember vorigen Jahres hat zu kontroversen Debatten geführt. Viele stellten sich die Frage, wie eine dezidiert konservative Architektin als Senatsbaudirektorin einer rot-grün-roten Koalition amtieren kann, die sich eine sozial-ökologische Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben hat. Zur ersten großen Bewährungsprobe wurde das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren zum Molkenmarkt-Quartier, das eigentlich am 13. September 2022 entschieden werden sollte. Der ergebnislose Abschluss oder besser gesagt: Abbruch dieses Verfahrens zeigt, dass auf Berlin wohl harte Jahre in Sachen ökologischer Stadtentwicklung zukommen werden.

Warum ist die Entscheidung zum Molkenmarkt so wichtig? Das Molkenmarkt-Quartier war auf dem besten Wege, zu einem ökologischen Modellprojekt zu werden. In bester Innenstadtlage – direkt hinter dem Roten Rathaus – sollte ein nachhaltiges Quartier mit rund 400 bezahlbaren Wohnungen und kostengünstigen Kulturräumen entstehen. Zwar kam der 2016 vom damaligen SPD – CDU – Senat beschlossene Bebauungsplan noch sehr konventionell daher. Doch mit dem Regierungsantritt des rot-rot-grünen Senats 2016 begann ein Planungsprozess, der das Projekt in eine innovationsfreudigere Richtung lenkte. Zunächst fand ein aufwendiger Partizipationsprozess statt, in dem 8 Leitlinien erarbeitet wurden. Gefordert wurden unter anderem ein „innovativer, bezahlbarer Wohnungsbau“, „möglichst flexible Raumpotenziale“ für die Kultur und eine klimagerechte Gestaltung mit „grünen und blauen Kühlungen“.  Zudem sollten die landeseigenen Flächen nicht privatisiert, sondern durch die landeseigenen Wohnungsgesellschaften entwickelt werden.

Die 8 Leitlinien bilden auch die Grundlage für das im August 2021 gestartete Wettbewerbs- und Werkstattverfahren. Der Auslobungstext forderte „innovative, zukunftsweisende und durchaus auch experimentelle Ideen und Konzepte“, „Experimentierfreudigkeit und Innovation“ sowie „bezahlbare, d.h. wirtschaftlich zu errichtende und zu betreibende Wohnformen“.

In diesem Verfahren kristallisierte sich sehr bald ein Favorit heraus – der Entwurf des Kopenhagener Büros OS arkitekter mit dem Berliner Büro czyborra klingbeil architekturwerkstatt. Diesem Entwurf gelang es tatsächlich, die unterschiedlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen und zudem ein Stück Zukunft zu vermitteln. Vorgeschlagen wurden flexible Gebäude auf Basis einer Skelettkonstruktion aus Holz, die eine große Nutzungsvielfalt ermöglicht hätten. Hier hätten sowohl bezahlbare Wohnungen als auch vielfältige Kulturräume untergebracht werden können. Geschickte Erschließungsstrukturen sollten für günstige Bau- und Betriebskosten sorgen. Zudem planten die Architekten das Quartier von Anfang an klimagerecht – mit Versickerungsmulden für das Regenwasser bis hin zu Baumpflanzungen und begrünten Fassaden. All diese Konzepte wurden durch aufwendige Simulationen zu Starkregenereignissen, zum Lärm, zu Windverhältnissen und zur Besonnung untersetzt. Seine Entwürfe illustrierte das Team mit attraktiven Simulationen, die schnell über die Medien verbreitet wurden und die auch bei den Laien Begeisterung weckten. Zu allem war der Entwurf auch mit dem Bebauungsplan kompatibel. Er hätte also eine gute Basis für die weitere Planung gebildet.

Dieser Entwurf wird nun wahrscheinlich nicht umgesetzt werden. Zwar zeigte das Preisgericht durchaus Sympathien für den Entwurf von OS arkitekter. Wer das Protokoll des Zwischenkolloquiums am 14. April 2022 aufmerksam liest, der erkennt, dass der OS arkitekter –   Entwurf auch vom Preisgericht favorisiert wurde. Dennoch verfügte Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt am 13. September die Beendigung des Verfahrens ohne einen Sieger. Petra Kahlfeldt behauptete zwar, dass das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren gar keinen Sieger vorgesehen habe. Doch diese Behauptung lässt sich mit einem Blick in die Auslobung leicht entkräften: In dieser steht ganz klar: „Zum Abschluss des Werkstattverfahrens tritt das Preisgericht erneut zusammen und berät über die Empfehlung eines der beiden Entwürfe als Grundlage einer Charta für die Entwicklung am Molkenmarkt.“

Am Ende steht ein Desaster: Eine hoffnungsvolle Entwicklung wurde ausgebremst. Der Neubau von 400 bezahlbaren Wohnungen, die Berlin gut gebrauchen könnte, wird verzögert. Zudem wurde viel Vertrauen zerstört: Denn welches Architekturbüro wird sich noch an einem Wettbewerb in Berlin beteiligen, wenn er so willkürlich beendet wird? Am Molkenmarkt konnte Petra Kahlfeldt beweisen, wie viel ihr eine klimagerechte Stadtentwicklung bedeutet. Seit gestern wissen wir: sehr wenig.

Matthias Grünzig

Am 14.9.2022 gab Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt bekannt, dass das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt ohne einen Preisträger beendet wird. Frau Kahlfeldt erklärte, dass das Verfahren einen ersten Preisträger von Anfang an nicht vorgesehen hätte. Allerdings heißt es in der Auslobung: „Zum Abschluss des Werkstattverfahrens tritt das Preisgericht erneut zusammen und berät über die Empfehlung eines der beiden Entwürfe als Grundlage einer Charta für die Entwicklung am Molkenmarkt.“ (S. 9)

https://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/ergebnisse/2021/molkenmarkt/auslobung.pdf

Die abschließende Preisgerichtssitzung fand am 13.9.2022 dennoch ohne die Auswahl eines Preisträgers statt.

Jetzt soll die Planung am Molkenmarkt ohne die am Wettbewerbs- und Werkstattverfahren beteiligten Büros weitergeführt werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen will einen Rahmenplan für das Quartier entwickeln. Gleichzeitig soll eine Charta entwickelt werden.

-Ende 2022: Fertigstellung des 1.Teils der Charta

-Mitte 2023: Fertigstellung des 2.Teils der Charta (Gestaltungshandbuch)

-Ende 2024: Auslobung der Hochbauwettbewerbe auf Basis der Charta

-ab 2029/2030: Realisierung der Hochbauten

Zudem sollen vier Machbarkeitsstudien zu folgenden Themen in Auftrag gegeben werden:

-Nutzung des öffentlichen Raumes / Ver- und Entsorgung

-Energie

-Schwammstadt

-Archäologie

Hintergrund:

Das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt wurde im August 2021 gestartet. Die Auslobung basierte auf 8 Leitlinien, die zuvor in einem Partizipationsverfahren erarbeitet wurden. Ziel war ein nachhaltiges, klimagerechtes Quartier mit bezahlbaren Wohnungen und kostengünstigen Räumen für die Kultur. Eine erste Wettbewerbsphase endete am 30.11.2021 mit der Auswahl von zwei Entwürfen für die weitere Bearbeitungsphase. Das Preisgericht entschied sich für die Entwürfe von:

-Bernd Albers Gesellschaft von Architekten (Berlin) mit Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich)

-OS arkitekter (Kopenhagen) mit czyborra klingbeil architekturwerkstatt (Berlin)

Diese Entwürfe waren ursprünglich sehr unterschiedlich. Der Entwurf von Bernd Albers orientierte sich stark an der Parzellenstruktur von 1910. Er sah deshalb relativ schmale Gebäude vor. Der Entwurf von OS arkitekter schlug dagegen größere Gebäude auf Basis einer flexiblen Skelettstruktur aus Holz vor, die eine große Vielfalt an Grundrissvarianten und Nutzungen ermöglichten. Ein effizientes Erschließungssystem hätte die Zahl der Erschließungskerne minimiert und dadurch die Betriebskosten begrenzt. Außerdem beinhaltete der Entwurf ein umfangreiches ökologisches Konzept mit Versickerungsmulden für das Regenwasserversickerung, intensiven Baumpflanzungen und begrünten Fassaden.

Am 20.1.2022 begann die zweite Phase mit einem Auftaktkolloquium. In den folgenden Monaten hat das Preisgericht mehrfach Überarbeitungsempfehlungen beschlossen, die vor allem den Entwurf von Bernd Albers betrafen. Diese Empfehlungen führten zu einer Annäherung des Entwurfs von Bernd Albers an den Entwurf von OS arkitekter. Das Büro Bernd Albers (das nach dem Tod von Bernd Albers von Silvia Malcovati und Stefan Lotz weitergeführt wurde) ersetzte zahlreiche schmale Häuser durch größere Gebäude, die ebenfalls als Skelettkonstruktionen errichtet werden sollten. Außerdem plante das Büro ökologische Elemente, wie Versickerungsmulden für Regenwasser, ein.

Die überarbeiteten Entwürfe wurden am 12.9.2022 der Öffentlichkeit vorgestellt, am 13.9.2022 folgte die abschließende Sitzung des Preisgerichts.

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Am 29.8.2022 fand im Refugio in Neukölln das zweite Hearing der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ statt. Diesmal ging es unter der Überschrift „Klimagerecht enteignen!“ um das Zusammenwirken zwischen einem klimagerechten Stadtumbau und öffentlichem Wohnungseigentum. Auf dem Podium saßen Werner Graf (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus), Mathias Schulz (stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus), Barbara Metz (Vorsitzende der Deutschen Umwelthilfe), Dr. Sören Weißermel (Humangeograph, Uni Kiel) und Lisa Vollmer (Deutsche Wohnen & Co enteignen). Moderiert wurde die Diskussion von Emma Unser (Politische Geschäftsführerin der Grünen Jugend Berlin) und Tobias Gralke (Deutsche Wohnen & Co. enteignen).

Lias Vollmer, Barbara Metz und Sören Weißermel betonten, dass der klimagerechte Stadtumbau mit öffentlichen Wohnungsunternehmen viel leichter möglich sei als mit privaten Immobilieneigentümern. Demokratisch beschlossene Ziele könnten bei öffentlichen Wohnungsunternehmen einfacher durchgesetzt werden als bei privaten Vermietern.

Besonderes Interesse fanden die Positionen von Werner Graf und Mathias Schulz zum Enteignungs-Volksentscheid. Die Vertreter von SPD und Bündnis 90/Die Grünen wurden laut Tobias Gralke auch deshalb eingeladen, weil es mit diesen Parteien den größten Diskussionsbedarf gebe. Mathias Schulz stellte klar, dass die SPD seit dem Beschluss des Landesparteitages am 19. Juni 2022 eine klare Position zum Volksentscheid habe. Demnach würde sich die SPD für eine Umsetzung des Abstimmungsergebnisses einsetzen. Der Volkentscheid habe ein klares Votum der Bevölkerung ergeben, das umgesetzt werden sollte. Schulz erwartet, dass die Enteignungs-Kommission mehrere Wege zur Enteignung aufzeigen wird. Nach der Arbeit der Kommission müsse politisch entschieden werden, welcher Weg zur Enteignung eingeschlagen werden soll. Schulz selbst wird sich für die Umsetzung des Parteitagsbeschlusses einsetzen, und er zeigte sich optimistisch, dass das auch gelingen wird. Allerdings räumte auch Mathias Schulz ein, dass die Arbeit der Enteignungskommission transparenter ablaufen könnte.

Werner Graf bekannte sich ebenfalls zum Ergebnis des Volksentscheids. Das Votum der Bevölkerung sei bindend. Die Enteignungskommission habe die Aufgabe, einen rechtssicheren Weg zur Enteignung aufzuzeigen. Graf rechnet damit, dass die Enteignungskommission verschiedene Meinungen ergeben wird. Über den Weg zur Enteignung müsse dann politisch entschieden werden. Auf den Widerstand von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel angesprochen, erklärte Graf, dass diese Frage dann eben im Koalitionsausschuss diskutiert und entschieden werden müsse. Verärgert zeigte er sich über die intransparente Arbeit der Enteignungskommission. Der Einsetzungsbeschluss zur Kommission würde von Stadtentwicklungssenator Geisel gebrochen, in dieser Frage kündigte er „harte Gespräche“ mit dem Senator an. Auf die Finanzierung der Enteignung angesprochen, erklärte Graf, dass das Geld durch das Land zur Verfügung gestellt werden müsste.   

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Die Berliner Abendschau vom 25.8.2022 berichtet über Pläne zum Bau von Eigentumswohnungen durch landeseigene Wohnungsunternehmen. Der Vorstandsvorsitzende der Gesobau, Jörg Franzen, schlägt vor, dass die landeseigenen Wohnungsunternehmen 15 – 20 Prozent ihrer Neubauwohnungen als Eigentumswohnungen errichten sollen. Diese Eigentumswohnungen sollen durch das Land Berlin gefördert werden und relativ preiswert verkauft werden

Der wohnungspolitische Sprecher der Linken im Abgeordnetenhaus, Niklas Schenker, lehnt den Vorschlag ab. Seiner Meinung nach würden nicht zuwenig Eigentumswohnungen, sondern zuwenig Sozialwohnungen gebaut.

Auch die Sprecherin für Wohnen und Mieten von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus, Katrin Schmidberger, lehnt den Vorschlag ab. Sie verweist auf den Koalitionsvertrag, in dem die Privatisierung landeseigener Wohnungen ausgeschlossen würde.

Unterstützung für den Vorschlag kommt dagegen vom Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Andreas Geisel. Geisel verweist auf Probleme wie die Inflation, steigende Zinsen und steigende Baukosten. Diese Probleme wären beim Abschluss des Koalitionsvertrages im Dezember 2021 noch nicht absehbar gewesen.

https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20220825_1930/Wohnungsbaugesellschaften_wohneigentum.html

Wirtschaftssenator Stephan Schwarz hat laut einer Meldung von dpa einen neuen Zeitplan für das ICC vorgelegt. Demnach sollen noch in diesem Jahr Eckpunkte für eine zukünftige Nutzung des ICC definiert werden. Diese Eckpunkte, zu denen laut Schwarz eine freie Zugänglichkeit des Gebäudes sowie eine Nutzung für Kunst, Kultur und Kongresse gehören werden, sollen im Senat und Abgeordnetenhaus abgestimmt werden. Auf Basis dieser Eckpunkte soll ein „förmliches und transparentes Konzeptverfahren“ durchgeführt werden, in dem nach Investoren für das Gebäude gesucht werden soll. In ein bis zwei Jahren sollen dann verbindliche Nutzungskonzepte und Angebote für das ICC vorliegen.

Zudem soll das ICC verstärkt für Veranstaltungen genutzt werden. Am 15. und 16. September 2022 ist die Konferenz „Q Berlin“ im ICC geplant.

https://q.berlin/

Trotz der Ablehnung durch den Berliner Senat und zuletzt den SPD-Landesparteitag will der Bund weiterhin den 17. Bauabschnitt der Autobahn A 100 realisieren. Dies erklärte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr Daniela Kluckert (FDP) in einem Interview mit der heutigen Berliner Morgenpost. Kluckert sieht die „alleinige Zuständigkeit“ für das Projekt beim Bund. Nach ihren Aussagen sollen die Planungsarbeiten bis 2025 abgeschlossen werden. Anschließend sollen die Genehmigungsprozesse und die Planfeststellung beginnen.  

Der 17. Bauabschnitt der A 100 soll zwischen dem Treptower Park und der Storkower Straße verlaufen. Am 29.3.2022 hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr die Ausschreibung für die Planung dieses Abschnitts gestartet.   

Projektbeschreibung:

Der Rudolfplatz ist eine grüne Oase in einem dichtbebauten Teil von Friedrichshain. Da in Friedrichshain unter einem starken Grünflächendefizit leidet, wird dieser Platz sehr stark von Kindern und anderen Anwohnern frequentiert. Dieses Defizit soll durch die Umgestaltung der Danneckerstraße und Rudolfstraße reduziert werden.  Seit 2020 erfolgt die Umwandlung Danneckerstraße zwischen der Rotherstraße und der Rudolfstraße in eine Fußgängerzone. Hauptziel der Maßnahme ist die Schaffung zusätzlicher Spielmöglichkeiten für Kinder und die Erweiterung der Grünflächen für die Anwohner. In einer ersten Stufe wurde dieser Bereich nur provisorisch gestaltet, in den nächsten Jahren soll eine endgültige Gestaltung erfolgen.

Stationen des Projektes:

Oktober 2017-März 2018: Planungsverfahren Rudolfplatz

-Ziele: Umgestaltung des Rudolfplatzes

-Gutachterverfahren mit Bürgerbeteiligung

-Stadtteilwerkstätten am 9.10.2017, 20.11.2017, 31.1.2018

1.3.2018: Entscheidung des Auswahlgremiums

-Entscheidung für den Entwurf von hochC Landschaftsarchitekten (Berlin)

+Danneckerstraße soll zwischen Rotherstraße und Rudolfstraße entwidmet werden

+Rudolfstraße soll zwischen Danneckerstraße und Modersohnstraße zur shared-space-Zone umgestaltet werden

2018-2021: Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses im Bereich des Rudolfplatzes

März 2019-Februar 2022: Vertiefung der Planungen im Rahmen des Forschungsprojekts „GreenBlueStreets“

Ziele:

-wissenschaftliche Forschung zur klimagerechten Umgestaltung von Straßen und öffentlichen Räumen

-Erhöhung des Grünanteils

-Entsiegelung der Flächen, Verbesserung des Regenwassermanagements

-Realisierung von Pilotprojekten

Verbundpartner:

-HafenCity Universität Hamburg

-bgmr Landschaftsarchitekten GmbH (Berlin)

-Hochschule Karlsruhe – Wirtschaft und Technik

-Ingenieurgesellschaft Prof. Dr.-Ing. Sieker mbH (Hoppegarten)

Technische Universität Berlin Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft

GEO-NET Umweltconsulting GmbH Hannover

IÖW Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung, Berlin

Förderung:

-Bundesministerium für Bildung und Forschung, Fördermaßnahme „RES:Z – Ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft“

https://www.hcu-hamburg.de/research/forschungsgruppen/reap/reap-projekte/bluegreenstreets/

März 2019: Auswahl von Pilotprojekten

-Bereich Rudolfstraße / Danneckerstraße wird als ein Pilotprojekt ausgewählt

-Ziel: Einbeziehung der benachbarten Straßen in die Umgestaltung des Rudolfplatzes

Seit September 2019: Erarbeitung einer Konzeptstudie zur Umgestaltung der Danneckerstraße und Rudolfstraße

-Danneckerstraße soll zwischen Rotherstraße und Rudolfstraße entwidmet werden

-Rudolfstraße soll zwischen Danneckerstraße und Modersohnstraße in eine shared-space-Zone umgestaltet werden

-klimagerechte Umgestaltung der beiden Straßenabschnitte

-Abkopplung der Straßenabschnitte von der Kanalisation

7.11.2019: Informationsveranstaltung mit Workshop zur Umgestaltung der Rudolfstraße / Danneckerstraße

-Veranstalter: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg  

24.9.2020: Vorentwurf zur Umgestaltung

-Planung: hochC Landschaftsarchitekten (Berlin)

-Auftraggeber: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

-Planung der Straßen als Fußgängerzonen

-Pflanzung zusätzlicher Bäume

-Schaffung von Verdunstungsgebieten zur Sammlung von Regenwasser

https://www.hcu-hamburg.de/fileadmin/documents/REAP/BGS/Baumrigolen-Workshop/20-10-01_RUD_BA3_LP2_Broschuere_Strassenraeume_BGS_klein_sko_geaendert.pdf

Ab Juli 2020: Sperrung der Danneckerstraße für den KFZ- und Fahrradverkehr

24.7.2020: Einrichtung einer temporären Klimastraße

-Sperrung der Danneckerstraße zwischen Rotherstraße und Rudolfstraße für den KFZ- und Fahrradverkehr

-Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg erlässt verkehrsrechtliche Anordnung zur Sperrung der Straße

+Rechtsgrundlage: StVO, § 45, Abs. 1, Satz 6

+Befristung zunächst bis 31.8.2020, später schrittweise Verlängerung der Frist

-Aufstellung von 20 Kübelpflanzen

-Ziele:

+Schaffung zusätzlicher Spielflächen für Kinder

+Verbesserung der klimatischen Verhältnisse im Quartier

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.964891.php

11.8.2020: Beschluss des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg

-Danneckerstraße zwischen Rotherstraße und Rudolfstraße soll dauerhaft in eine Fußgängerzone umgestaltet werden

1.10.2020: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg

-Danneckerstraße zwischen Rotherstraße und Rudolfstraße soll dauerhaft in eine Fußgängerzone umgestaltet werden

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/___tmp/tmp/45081036/VBT1o2nYt2QBnHzmOXNVninX6u82JQUVWD3DQY73/aUFDXPaM/330315.pdf

18.10.2021: Beschluss des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg

-Ausstellung der Teileinziehungsverfügung für die Danneckerstraße zwischen Rotherstraße und Rudolfstraße

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung.1136345.php

Nächste Schritte:

-Umgestaltung der Danneckerstraße und Rudolfstraße nach dem Entwurf von hochC Landschaftsarchitekten

-genauer Zeitplan ist noch nicht bekannt

Projektbeschreibung

Das Gebäude des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums in der Putbuser Straße 12 ist ein avantgardistischer Schulbau, mit dem in den 1970er Jahren neue Bildungskonzepte ausprobiert werden sollten. Seine Besonderheit war die Integration von Schulräumen, einer Bibliothek und Räumen für die Volkshochschule in einem Gebäude. 2011 wurde das Gebäude aufgrund gesunkener Schülerzahlen leer gezogen, seitdem ist es dem Leerstand und Verfall ausgeliefert. Seitdem gab es verschiedene Bemühungen seitens des Bezirks Mitte und der Initiative ps wedding um eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Allerdings waren diese Bemühungen bislang nicht erfolgreich, auch heute ist die Zukunft des Gebäudes völlig unklar.

Stationen des Projekts

1974-1976: Bau des Gebäudes als Oberstufen-Schulzentrum Berlin-Wedding

-Planung: Büro Pysall, Jensen und Stahrenberg & Partner

-Errichtung eines Experimentalbaus für neue Bildungskonzepte

-Unterbringung von Schulräumen, einer Bibliothek, Räumen für die Volkshochschule in einem Gebäude

-1976-2011: Nutzung durch verschiedene Schulen und die Hugo-Heimann-Bibliothek

-2001-2011: Nutzung des Gebäudes durch das Diesterweg-Gymnasium

Ab 2011: Leerzug des Gebäudes und Abrisspläne

2007: Bezirksamt Mitte beschließt Aufgabe des Gebäudes

-Begründung: sinkende Schülerzahlen

Sommer 2011: Auszug des Diesterweg-Gymnasiums und der Hugo-Heimann-Bibliothek aus dem Gebäude

Ende 2014: Schließung der Sporthalle im Gebäude

8.3.2011: Präsentation einer Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Gebäudes

-Auftraggeber: Bezirksamt Mitte

-Auftragnehmer: L.I.S.T. – Lösungen im Stadtteil – Stadtentwicklungsgesellschaft mbH

-geschätzte Sanierungskosten: 17 Mio Euro

-Vorschläge für den Umgang mit dem Gebäude

+Variante A: Zwischennutzung

+Variante B: Abriss des Gebäudes und Übergabe des Grundstücks an den Liegenschaftsfonds Berlin

+Ziel: Verkauf des Grundstücks an Investoren für Wohnungsbauvorhaben

+geschätzte Abrisskosten: 2 Mio Euro

Mai 2011: Bezirksamt Mitte verwirft den Vorschlag einer Zwischennutzung

Ab 2012: Entwicklung des Konzepts für eine Sanierung des Gebäudes durch die Initiative ps wedding

Ab Anfang 2012: ps wedding entwickelt Konzept für eine Nachnutzung des Gebäudes

-Erdgeschoss soll als Quartiers- und Nachbarschaftszentrum genutzt werden

-Obergeschosse sollen zu Wohnungen umgenutzt werden, Schaffung von 150 Wohnungen

-Neubau von 180 Wohnungen auf dem Schulgelände (Bebauung Sportplatz, Schulhof)

https://pswedding.de/

20.2.2014: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

-Bezirksamt Mitte soll Konzept von ps wedding unterstützen

-Bezirksamt soll Bebauungsplan für das Grundstück erarbeiten, Ziel: Zulassung von Wohnnutzungen

-Gebäude soll erhalten werden

-Bezirksamt soll sich für einen Denkmalschutz für das Gebäude einsetzen

-mit ps wedding soll ein Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen werden

11.2.2014: Beschluss des Bezirksamtes Mitte

-Aufstellung des Bebauungsplanes III-18-1-1B wird beschlossen

-Ziel: Zulassung einer Wohnnutzung

19.6.2014: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

-Gebäude und Grundstück soll im Erbbaurecht verpachtet werden

-kein Verkauf der Immobilie

Ab Ende 2014: Senat prüft die Einbringung des Grundstücks in eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft

-Hintergrund: veränderte Liegenschaftspolitik

-landeseigene Immobilien sollen nicht mehr privatisiert werden

April 2015: Aufruf zum Erhalt des Gebäudes

-Initiator: ps wedding

-Unterzeichnung durch prominente Persönlichkeiten aus Architektur, Wissenschaft, Politik

Mai 2015: ps wedding und die landeseigene Wohnungsgesellschaft Degewo entwickeln ein gemeinsames Projekt für die Immobilie

-Grundstück soll an die Degewo übertragen werden

-Teile des Grundstücks sollen an ps wedding in Erbpacht vergeben werden

August 2015: Clusterung der Immobilie durch den Portfolioausschuss des Landes Berlin

-Immobilie wird als „Grundstück mit Entwicklungsperspektive“ eingestuft

8.2.2017: Unterausschuss Vermögen des Abgeordnetenhauses votiert für eine Sachwerteinbringung des Grundstückes in die Degewo

-Sachwerteinbringung wurde nicht vollzogen

1.8.2018: Senatsverwaltung für Finanzen stellt Bedingungen für die Übertragung von Grundstücksteilen an ps wedding

-Forderung nach einem tragfähigen Finanzierungs- und Nutzungskonzeptes

Ab 2018: Bemühungen um einen Abriss des Gebäudes

3.9.2018: Wassereinbruch in der Turnhalle des Gebäudes

Oktober 2018: Carsten Spallek (Stadtrat für Schule, Sport und Facility Management) fordert Abriss des Gebäudes

-Ziel: Neubau einer Schule auf dem Grundstück

-Begründung: steigende Schülerzahlen

-Sanierung des Bestandsgebäudes wäre unwirtschaftlich

14.10.2018: Demonstration gegen den Abriss des Gebäudes

18.10.2018: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

-Auf dem Gelände des Diesterweg-Gymnasiums soll ein Schulneubau und ein Typenbau für integratives Wohnen errichtet werden

-Bezirksamt soll prüfen, ob auf dem Grundstück weiterer Wohnungsbau realisiert werden kann

19.2.2019: Bezirksamt Mitte meldet Betrag von 50 Mio Euro für einen Schulneubau auf dem Gelände des Diesterweg-Gymnasiums an

Ab 2018: Bemühungen um eine Reaktivierung des Gebäudes als Schule

24.1.2019: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

-Bezirksamt soll Sicherungsmaßnahmen für das Gebäude veranlassen

Ab 2018: Untersuchungen für einen Schulneubau auf dem Grundstück des Diesterweg-Gymnasiums und – alternativ – eine Sanierung des Bestandsgebäudes

-Auftraggeber: Bezirksamt Mitte

-Auftragnehmer: S.T.E.R.N.  Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH (Berlin)

-Ergebnis: eine Sanierung des Gebäudes ist möglich

-Sanierung des Gebäudes gilt als Vorzugsvariante

Oktober 2019: Übergabe der Planung für eine Sanierung an den Senat

-Ziel: Sanierung des Gebäudes im Rahmen der „Berliner Schulbauoffensive“

-als Bauherr ist die landeseigene Wohnungsgesellschaft Howoge vorgesehen

1.11.2019: Landesdenkmalamt stellt das Gebäude unter Denkmalschutz

3.6.2021: Information durch Beate Stoffers (Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Bildung)

-Sanierung des Gebäudes wird nicht im Rahmen der „Berliner Schulbauoffensive“ durch die Howoge durchgeführt

-Sanierung soll durch das Bezirksamt Mitte durchgeführt werden

22.2.2022: Mitteilung Stefanie Remlinger (Stadträtin für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur)

-Sanierung des Gebäudes ist nicht vor 2030 möglich

Weitere Initiativen zum Erhalt des Gebäudes

13.8.2020: Getty Foundation gewährt Förderung im Rahmen des Programms „Keeping it Modern“

-Ziel: Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes für das Gebäude

-Antragsteller: Technische Universität Berlin, Fachgebiet Städtebau und Urbanisierung, Prof. Jörg Stollmann

-Beteiligung von ps wedding

-Gewährung von 120.000 Euro

September 2020: Start der Konzepterarbeitung

Nächste Schritte

Die Zukunft des Gebäudes ist derzeit völlig unklar

Projektbeschreibung

Das Tempelhofer Feld ist ein zentral gelegenes ehemaliges Flughafengelände mit einer Fläche von 386 Hektar. Nach der Einstellung des Flugbetriebs 2008 wurde zunächst eine Teilbebauung mit Wohnungen, Gewerbeflächen und einer Zentral- und Landesbibliothek geplant. Gegen diese Pläne engagierte sich die „Demokratische Initiative 100% Tempelhofer Feld“. Sie startete 2012 ein erfolgreiches Volksbegehren, das zu einem Volksentscheid am 25. Mai 2014 führte. Bei diesem Volksentscheid sprachen sich 64,1 % der Stimmen gegen eine Bebauung des Feldes aus. Im gleichen Jahr wurde der Verzicht auf eine Bebauung im „Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes“ festgeschrieben. Seitdem wird das Feld in einem partizipativen Verfahren entwickelt. Gleichzeitig gibt es bis heute Diskussionen über eine Teilbebauung des Feldes.

Stationen des Projekts

2008-2010: Einstellung des Flugbetriebs und Öffnung des Feldes

31.10.2008: Einstellung des Flugbetriebs

9.6.2009: Kaufvertrag Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und Land Berlin über den Kauf der bundeseigenen Flächen durch das Land Berlin

1.9.2009: Übergang der bundeseigenen Flächen in das Eigentum des Landes Berlin

8.5.2010: Öffnung des Tempelhofer Feldes für die Öffentlichkeit

-Bewirtschaftung der Freifläche durch die Grün Berlin GmbH

2008-2014: Planungen bis zum Volksentscheid am 25.5.2014

Juli 2009: Auftrag für Planungen an die Adlershof Projekt GmbH

2009: Masterplan „Tempelhofer Freiheit“

-Autoren:  Bernd Albers Gesellschaft von Architekten (Berlin), Kienast Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich)

-Erhalt des mittleren Bereichs als Freiraum

-Bau von drei Quartieren mit insgesamt 5000 Wohnungen am Rand

ab 2009: Vorbereitung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) auf dem Tempelhofer Feld

September 2008-Mai 2009: städtebaulicher Ideenwettbewerb „Prozessuale Stadtentwicklung Tempelhofer Feld – Columbiaquartier“

-3 gleichwertige Sieger

+Graft Architekten (Berlin) / Büro Kiefer Landschaftsarchitektur (Berlin)

+Urban Essence Architektur (Berlin) / Lützow 7 Landschaftsarchitektur (Berlin)

+Chora London Architecture (London) / gross.max Landschaftsarchitektur (Edinburgh)

März 2010-April 2011: Offener landschaftsplanerischer Wettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren „Parklandschaft Tempelhof“

-Sieger: GROSS.MAX Landschaftsarchitektur (Edinburgh), Sutherland and Hussey Architects (Edinburgh)

1.1.2011: Gründung der landeseigenen Tempelhof-Projekt GmbH durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

6.3.2013: Vorstellung Masterplan „Tempelhofer Freiheit“

-Planung: ASTOC (Köln), GROSS.MAX Landschaftsarchitektur (Edinburgh)

-Bau von drei Bebauungsgebieten in den Randbereichen

-Bau von 4700 Wohnungen

-Schaffung von Gewerbeflächen

-Bau einer neuen Zentral- und Landesbibliothek am S-Bahnhof Tempelhof

November 2012-Mai 2013: Offener Ideenwettbewerb „Standorteinbindung Zentral- und Landesbibliothek“

-9 gleichwertige Sieger

+MOA Miebach Oberholzer Architekten (Zürich)

+Gussmann Atelier (Berlin)

+Roberto Scarsato Architetto (Padua)

+MARS Architekten (Berlin) / Uberbau Architecture & Urbanism (Berlin)

+FAR frohn & rojas Planungsgesellschaft (Berlin)

+Studio Motta-Stapenhorst (Bergamo)

+Enves Arquitectos S.L.P. (Alcorcon, Madrid)

+Werkstatt Blumfeld (Berlin)

+Thomas Kröger Architekt (Berlin)

August – Dezember 2013: Nichtoffener Wettbewerb Neubau Zentral- und Landesbibliothek, Berlin Tempelhof-Schöneberg

-2 1.Preise

+MOA Miebach Oberholzer Architekten (Zürich)

+KohlmayerOberst Architekten (Stuttgart)

Ab 2011: Engagement der „Demokratischen Initiative 100% Tempelhofer Feld“ gegen die Bebauungspläne

September 2011: Gründung der „Demokratischen Initiative 100% Tempelhofer Feld“

-Ziel: Erhalt des Feldes in seiner jetzigen Größe

https://www.thf100.de/

27.7.2012: Einreichung des Entwurfs des „Gesetzes zum Erhalt des Tempelhofer Feldes“ bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport

-Ziel: Erhalt des Feldes in seiner jetzigen Größe

20.12.2012: Start der ersten Stufe eines Volksbegehrens gegen die Bebauung

31.1.2013: Vorlage von 33.000 Unterschriften

14.9.2013: Start der zweiten Stufe des Volksbegehrens

14.1.2014: Vorlage von 222.000 Unterschriften

-das Quorum von 174.000 Unterschriften wurde erreicht

25.5.2014: Volksentscheid über die Bebauung des Tempelhofer Feldes

-Ergebnis: 64,3 % der abgegebenen Stimmen stimmten für den Gesetzentwurf der Initiative (gegen eine Bebauung)

-die Mindestzahl an benötigten Stimmen wurde deutlich überschritten

Planungen nach dem Volksentscheid 2014

14.6.2014: Beschluss Abgeordnetenhaus

-Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes wird beschlossen

-keine Bebauung des Tempelhofer Feldes

September 2014 – Mai 2016: Partizipativer Prozess zur Erarbeitung eines „Entwicklungs- und Pflegeplanes Tempelhofer Feld“

-zahlreiche Veranstaltungen, Workshops, Online-Beteiligungen, aufsuchende Beteiligungen

18.5.2016: Übergabe des „Entwicklungs- und Pflegeplanes“ an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

-Inhalte

+behutsame Weiterentwicklung des Areals

+Verzicht auf eine Bebauung

+Entwicklung des Geländes wird durch eine „Feldkoordination“ gesteuert

+Veranstaltung regelmäßiger „Feldforen“, auf denen über die weitere Entwicklung entschieden wird

+Verwaltung des Areals durch die Grün Berlin GmbH

https://tempelhofer-feld.berlin.de/documents/74/160513_THF_Broschu%C3%AAre_Web.pdf

21.6.2016: Senatsbeschluss

-„Entwicklungs- und Pflegeplan“ wird beschlossen

Ab 2016: Umsetzung des „Entwicklungs- und Pflegeplanes“

Konflikte

Andauernde Diskussionen über eine Randbebauung des Areals

-einerseits gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die den gesellschaftlichen Nutzen des Tempelhofer Feldes betonen

-andererseits wird eine Teilbebauung von einigen Parteien nach wie vor befürwortet

Februar 2021: Vorstellung Studie „Gesellschaftliche Wertigkeit des Tempelhofer Feldes“

-Auftraggeber: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

-Verfasser: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Themenbereich Umwelt und Gesellschaft

-Darstellung der ökologischen und sozialen Nutzeffekte des Tempelhofer Feldes

https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/stadtgruen/stadtgruen-projekte/tempelhofer-feld/studie-gesellschaftliche-wertigkeit/

Sommer 2021: ein Teil der Parteien befürwortet nach wie vor eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes

-Wahlprogramme der Parteien zur Abgeordnetenhauswahl am 26.9.2021

SPD:

-für eine Diskussion mit der Stadtgesellschaft über eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes

-Offenheit für einen Volksentscheid

CDU:

-für neue Debatte über Randbebauung des Tempelhofer Feldes

-für eine Volksbefragung zur Randbebauung

FDP:

-Durchführung eines erneuten Volksentscheids zur Bebauung des Tempelhofer Feldes

Bündnis 90/Die Grünen:

-Erhalt des Tempelhofer Feldes in seiner jetzigen Form

Die Linke:

-Tempelhofer Feld als Freifläche erhalten

November 2021: Im Koalitionsvertrag vom November 2021 wurde festgelegt, dass es in der Legislaturperiode bis 2026 keine Planungen zur Bebauung des Tempelhofer Feldes geben soll.

„Für die Zeit der Legislaturperiode wird keine Randbebauung des Tempelhofer Feldes geplant.“

Nächste Schritte

-weitere Umsetzung des Entwicklungs- und Pflegeplanes

-Keine Planungen für eine Bebauung bis 2026

Projektbeschreibung

Die Wiesenburg ist ein von 1895 bis 1896 errichtetes ehemaliges Obdachlosenasyl. Ein Großteil der Gebäude wurde währende des Zweiten Weltkrieges zerstört. In die übriggebliebenen Gebäude zogen Gewerbetreibende und Künstler ein. 2014 wurde das 12.000 Quadratmeter große Areal an die landeseigene Wohnungsgesellschaft Degewo übertragen. Die Degewo verwirklicht auf dem Areal ein Projekt, dass sowohl die Sanierung der Altbauten als auch Neubauten in unbebauten Bereichen des Areals beinhaltet. Die Bauarbeiten werden von einem Partizipationsverfahren begleitet. Ziele sind der Erhalt preiswerter Gewerberäume und die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen. Die Neubauten wurden 2021 übergeben, die Fertigstellung des Gesamtquartiers wird für 2026 erwartet.

Stationen des Projekts

1895–2014: Vorgeschichte

1895–1896: Bau des Komplexes als Obdachlosenasyl

1944/1945: Zerstörung eines Großteils der Gebäude durch den Zweiten Weltkrieg

Nach 1945: Nutzung der übriggebliebenen Gebäude durch Gewerbetreibende und Künstler

7.5.1995: Areal wird als Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt

2012: Beendigung eines Rechtsstreits über die Eigentumsverhältnisse am Areal

  • das Areal wird dem Land Berlin zugesprochen


Ab 2014: Entwicklung des Gesamtkonzepts

November 2014: das Land Berlin überträgt das Areal der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo

  • Größe: 12.000 m²
  • Ziele: Sanierung der Altbauten, Erhaltung der bisherigen Nutzungsmischung in den Altbauten, Errichtung von Wohnungsneubauten auf unbebauten Flächen des Areals

2016: 1. Werkstattverfahren

  • Ziel: Entwicklung eines Entwicklungskonzepts für das Gesamtareal
  • eingeladene Büros: ps wedding / Topos, Die Zusammenarbeiter, Die Baupiloten, Klinkenberg Architekten
  • Termine: 11.2., 17.3., 28.4.2016
  • Ergebnis: Auswahl der Konzepte von ps wedding / Topos und Die Zusammenarbeiter


Ab 2017: Entwicklung des Konzepts für die Neubauten

Mai–Juli 2017: 2. Werkstattverfahren

  • Ergebnis: ein städtebauliches und architektonisches Konzept für den Wohnungsneubau auf dem südlichen Geländeteil

16.5.2019: Baubeginn für die Neubauten

  • 102 Wohnungen: davon 51 öffentlich geförderte Wohnungen, Nettokaltmiete 6,50 Euro/m²
  • 4 Gewerbeeinheiten, 530 m² Gewerbefläche
  • Planung: DAHM Architekten + Ingenieure (Berlin)

2021: Fertigstellung der Neubauten


Ab 2019: Entwicklung der Planungen für die Altbauten

April 2019: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen stellt in Absprache mit der Degewo Zuwendungsantrag aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“

  • Ziel: Sanierung und Entwicklung der Altbauten

15.10.2019: Fördermittelzusage des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat

  • Gesamtsumme: 12,5 Mio Euro
  • Zuschuss des Bundes: 2,9 Mio Euro
  • Zuschuss des Landes Berlin: 4,6 Mio Euro
  • Eigenmittel der Degewo: 5 Mio Euro

März–August 2020: Kooperatives Verfahren „Revitalisierung der Wiesenburg“

  • Workshops: 19.5., 3.6., 1.7., 18.8., 7.10.2020
  • Finanzierung: Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“

17.6.2020: Unterzeichnung der „Wiesenburg-Charta“ (Kooperationsvereinbarung für die Revitalisierung des Wiesenburg-Areals

  • Partner: Degewo, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Die Wiesenburg e.V., Quartiersmanagement „Reinickendorfer Straße / Pankstraße“, vertreten durch den Träger L.I.S.T. GmbH
  • Inhalt: Definition grundlegender Entwicklungsziele, Festlegung der Rollenverteilung der Partner, Festlegung der4 Formen der Zusammenarbeit, Festlegung eines Zeitplanes für die Planung und Realisierung der Sanierung

Dezember 2020: Fertigstellung des Nutzungskonzepts


Ab 2015: Aktivitäten des Vereins „Die Wiesenburg e.V.“

2015: Gründung des Vereins „Die Wiesenburg e.V.“

  • Ziel: Vertretung der Interessen der ansässigen Gewerbetreibenden und Künstler

2016: Erarbeitung Entwicklungskonzept

Februar 2020: Erarbeitung Gewerbe- und Kreativkonzept Die Wiesenburg e.V.

August 2020: Gründung der Genossenschaft „Die Wiesenburg Berlin eG“

  • Ziel: Abschluss eines langfristigen Mietvertrages mit der Degewo

Konflikte

Nutzungskonflikte

  • Gewerbetreibende befürchteten, dass laute Gewerbenutzungen in der Nähe der neuen Wohnhäuser nicht mehr möglich sind

Nächste Schritte

Bis 2026: Sanierung der Altbauten

Bis 2026: Gestaltung der Freiflächen

Projektbeschreibung

Die ursprüngliche Bauakademie wurde zwischen 1832 und 1836 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört, 1962 wurde die Ruine abgerissen. Seit den 1990er Jahren gibt es Bemühungen um einen Wiederaufbau der Bauakademie. Mit der Gründung der Bundesstiftung Bauakademie 2019 und der Übernahme der Baukosten durch den Bund gibt es realistische Aussichten auf einen Wiederaufbau. Umstritten ist allerdings die äußere Gestalt. Ein Teil wünscht sich eine möglichst enge Anlehnung des Neubaus an die Gestalt von 1836, ein anderer Teil wünscht sich einen innovativen Neubau. Der Ausgang des Streits ist offen.

Stationen des Projektes

Vorgeschichte

1832–1836: Bau der Bauakademie

  • Architekt: Karl Friedrich Schinkel

1945: Zerstörung des Gebäudes

1962: Abriss der Ruine

1964-1967: Neubau des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten

  • Entwurf: Josef Kaiser, Heinz Aust, Walter Herzog, Lothar Kwasnitza, Gerhard Lehmann
  • Nutzung des Grundstücks der Bauakademie

1995–1996: Abriss des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten

12.7.1999: Übereignung des Grundstücks der Bauakademie vom Bund an das Land Berlin

1996–2006: Erarbeitung des Bebauungsplanes I-208 (umfasst Grundstück der Bauakademie)

14.7.1996: Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan I-208 Friedrichswerder Nord

  • Behörde: Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen
  • Bebauungsplangebiet umfasst Grundstück der Bauakademie

29.6.2006: Beschluss des Abgeordnetenhauses: Bebauungsplan I-208 wird beschlossen

  • Grundstück der Bauakademie: Sondernutzung „Unterbringung von Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung, der Forschung mit dem Schwerpunkt Architektur und Städtebau und der Unterbringung kultureller Einrichtungen“

http://mitte.gis-broker.de/bplaene/0101208.gif

3.7.2006: Festsetzung des Bebauungsplanes I-208 durch die Senatorin für Stadtentwicklung   

Seit 1994: Bemühungen des Fördervereins für die Schinkelsche Bauakademie e.V. und der Errichtungsstiftung Bauakademie

1994: Gründung des Fördervereins für die Schinkelsche Bauakademie e.V. und der Errichtungsstiftung Bauakademie

2001–2002: Bau der Nordostecke der Bauakademie

  • Initiator: Fördervereins für die Schinkelsche Bauakademie e.V. / Errichtungsstiftung Bauakademie
  • Planung: Horst Draheim. Martina Abri, Christian Raabe
  • Baufirma: Bildungswerk Bautechnik

Seit 2001: Bemühungen des Vereins Internationale Bauakademie e.V.

25.9.2001: Gründung Verein “Bauakademie Berlin e.V.” / „Internationale Bauakademie e.V.“

August 2004: Bau einer Gerüstkonstruktion mit vorgehängten Planen, die den Umriss der Bauakademie nachbilden

  • Initiator: Internationale Bauakademie e.V.
  • Integration der vorhandenen Nordostecke
  • Finanzierung: Werbung an den Planen

2004–2005: Bau eines Musterraums innerhalb der Gerüstkonstruktion

  • Betreiber: Internationale Bauakademie e.V.
  • Entwurf: Nöfer-Architekten (Berlin)
  • Kosten: 1 Mio Euro
  • Finanzierung: Werbung an den Gerüstplanen und Einnahmen durch Vermietung

Dezember 2019: Demontage der Gerüstkonstruktion und der Planen

Bemühungen des Landes Berlin

August 1997: Vorstellung von Machbarkeitsstudien für den Wiederaufbau der Bauakademie

  • Land Berlin sichert aber keine öffentlichen Mittel für den Wiederaufbau zu
  • keine Umsetzung der Machbarkeitsstudien

28.9.2000: Beschluss des Abgeordnetenhauses

Senat soll bis zum 30.11.2000 Konzepte für den Wiederaufbau der Bauakademie vorlegen

  • Senat soll Gründung einer Stiftung prüfen

18.10.2002: Mitteilung Peter Strieder (Senator für Stadtentwicklung)

  • Senat bevorzugt Wiederaufbau der Bauakademie als Architekturmuseum
  • Land Berlin kann aber nur Grundstück einbringen
  • Gewährung weiterer öffentlicher Mittel ist ausgeschlossen

2002: Senat überträgt dem Verein Internationale Bauakademie e.V. die Federführung der Projektentwicklung

10.7.2008: Beschluss des Abgeordnetenhauses

  • Senat soll sich dafür einsetzen, dass die Bauakademie schnellstmöglich realisiert wird
  • Finanzierung durch private Geldgeber

September 2008: Beginn eines offenen Vergabeverfahrens für das Grundstück der Bauakademie

  • Durchführung durch den Liegenschaftsfonds
  • Bedingungen: Bauherr erhält Grundstück kostenfrei, Bauherr soll Gebäude in Anlehnung an die Bauakademie errichten, 75 Prozent der Nutzfläche soll an eine Akademie für Architektur und Städtebau für 99 Jahre mietfrei übertragen werden

8.2.2010: Abbruch des Verfahrens

  • Grund: es gab kein zuschlagfähiges Angebot

2011: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erstellt eine immobilienwirtschaftliche Machbarkeitsstudie zur Bauakademie

  • Ergebnis: Errichtung der Bauakademie durch einen privaten Bauherr ist nicht lukrativ

11.8.2015: Beschluss des Steuerungsausschusses des Liegenschaftsfonds

  • Grundstück der Bauakademie soll im Erbbaurecht vergeben werden

10.8.2021: Land Berlin verkauft das Grundstück der Bauakademie an die Bundestiftung Bauakademie im Zusammenhang mit dem Hauptstadtfinanzierungsvertrag

Seit 2016: Aktivitäten des Bundes

11.11.2016: Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags

  • Bund stellt 62 Mio Euro für den Wiederaufbau der Bauakademie in Aussicht

8.5.2017: Hauptstadtfinanzierungsvertrag zwischen dem Bund und dem Land Berlin wird verabschiedet

  • Land Berlin wird das Grundstück der Bauakademie an den Bund abgeben

18.9.2017: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung startet offenen Programmwettbewerb zur Bauakademie

7.5. 2018: Entscheidung Jury

  • Auswahl von 5 Gewinnern: Ulrich Müller mit AFF Architekten (Berlin), merz merz (Berlin), Limited Edition Architecture (Berlin), Dreher-Architekt (Berlin), Arbeitsgemeinschaft studioeuropa (München) und Fopp Zaugg (Zürich)

Januar 2019: Gründung der Bundesstiftung Bauakademie

https://bundesstiftung-bauakademie.de

10.8.2021: Land Berlin verkauft das Grundstück der Bauakademie an die Bundestiftung Bauakademie

15.7.2022: Berufung einer Expertenkommission „Thinktank Wettbewerb“

  • Aufgabe: Formulierung von Handlungsempfehlungen für einen Wettbewerb
  • Mitglieder: Petra Kahlfeldt, Harald Bodenschatz, Jan Mende, Annette Hillebrandt. Elisabeth Broermann, Eike Roswag-Kliunhge, Annabelle von Reutern, Theresa Keilhacker, Jan Krause, Christoph Rauhut, Sören Bartol, Nadine Kuhla von Bergmann, Lamia Messari-Becker, Anja Rosen, Christian Schlüter, Uwe Rotermund
  • 4 Treffen von August bis Oktober 2022 geplant

Konflikte

  • umstritten ist vor allem die äußere Gestalt der Bauakademie
  • ein Teil fordert einen Neubau, der sich möglichst eng an die Gestalt von 1836 anlehnen soll, ein anderer Teil fordert ein möglichst innovatives Gebäude

Die nächsten Schritte

September / Oktober 2022: „Werkstatt Bauakademie“

Herbst 2022: Vorstellung der Empfehlungen der Expertenkommission „Thinktank Wettbewerb“

2022 / 2023: Durchführung eines internationalen Realisierungswettbewerbs

Nach 2023: Bau des Gebäudes

Projektbeschreibung

Der Wohnblock Habersaathstraße 40-48 bot bezahlbare Wohnungen in einer zentralen Innenstadtlage. 2005 wurde das Gebäude privatisiert, seit 2017 strebt der Eigentümer eine Entmietung und einen Abriss des Gebäudes an. Seit 2018 bemühen sich das Bezirksamt Mitte, die Bezirksverordnetenversammlung Mitte und verschiedene Initiativen um einen Erhalt des Gebäudes. Allerdings sah das Bezirksamt Mitte keine rechtlichen Möglichkeiten, um einen Erhalt des Gebäudes durchzusetzen. Daher schloss es am 28.6.2022 eine Vereinbarung mit dem Eigentümer ab, die einen Abriss unter Auflagen vorsieht. Diese Vereinbarung wird von einem Großteil der Bewohner allerdings nicht akzeptiert, der Ausgang des Konfliktes ist offen.

Stationen des Projektes

1984: Bau des Wohnhauses

  • Wohnhaus für Beschäftigte der Charite´
  • 114 Wohnungen


2005: Privatisierung des Gebäudes

  • Land Berlin führt Bieterverfahren zum Verkauf des Gebäudes durch
  • 26.9.2005: Abschluss des Kaufvertrages mit einem Privateigentümer
  • Kaufpreis: 2 Mio Euro


2007: Sanierung des Gebäudes

  • Anbau Wärmedämm-Verbundsystem
  • Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach
  • Schaffung von 106 Wohnungen


2017: Verkauf des Gebäudes an die Arcadia Estates GmbH

  • Kaufpreis: 20 Mio Euro


Ab 2017: Entmietung des Gebäudes

  • 2022: nur noch 7 Wohnungen werden von den ursprünglichen Mietern bewohnt


Juli 2018: Abrisspläne des Eigentümers werden bekannt

  • auf der Abrissfläche soll ein Neubau mit 91 hochpreisigen Wohnungen entstehen
  • 1.11.2018: Eigentümer reicht Abrissantrag beim Bezirksamt Mitte ein


Ab 2018: Proteste der Bewohner gegen die Entmietung

  • Gründung der Interessengemeinschaft Habersaathstraße
  • Gründung des Hausvereins NeueHeimatMitte


Ab 2018: Bemühungen des Bezirksamtes Mitte für einen Erhalt des Gebäudes


18.12.2018: Abrissantrag wird durch das Bezirksamt Mitte abgelehnt

  • Argument: Abrissantrag verstößt gegen das Zweckentfremdungsverbot-Gesetz
  • Regelung des Zweckentfremdungsverbot-Gesetz: Eigentümer dürfen Wohnungen nur abreißen, wenn sie in der Nähe die gleiche Anzahl an Wohnungen zu einem Mietpreis von maximal 7,92 Euro/m2 Nettokaltmiete schaffen

2018: Eigentümer legt Widerspruch gegen Ablehnungsbescheid des Bezirksamtes ein


27.1.2019: Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin zu einem ähnlichen Fall in Charlottenburg

  • Aufhebung von Teilen des Zweckentfremdungsverbot-Gesetzes
  • Mietobergrenze von 7,92 Euro/m² für neu zu bauende Wohnungen ist verfassungswidrig
  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen geht in Revision


15.2.2019: Bezirksamt Mitte fordert den Eigentümer zur Wiedervermietung der leerstehenden Wohnzungen auf

  • Zustellung einer Wiederzuführungsanordnung


2019: Eigentümer legt Widerspruch gegen Wiederzuführungsanordnung ein


11.12.2019: Wiederzuführungsanordnung wird vom Verwaltungsgericht Berlin aufgehoben

  • Begründung: Wiederzuführungsanordnung sei unverhältnismäßig


November 2020: Erörterungstermin des Verwaltungsgerichts mit dem Bezirksamt Mitte und dem Eigentümer

  • Verwaltungsgericht schlägt Vergleich vor


Ab 2020: Verhandlungen Bezirksamt Mitte – Eigentümer


28.6.2022: Abschluss einer Vereinbarung zwischen dem Bezirksamt Mitte und dem Eigentümer

  • Bezirksamt genehmigt Abriss des Gebäudes
  • Eigentümer verpflichtet sich zur Einhaltung des Zweckentfremdungsverbot-Gesetzes
  • Eigentümer schafft 91 Ersatzwohnungen, die für 7,92 Euro/m² Nettokaltmiete vermietet werden
  • die aktuellen Bewohner können bis zum Abriss des Gebäudes in ihren Wohnungen bleiben

https://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1221127.php


Ab 2018: Bemühungen der Bezirksverordnetenversammlung Mitte für einen Erhalt des Gebäudes


18.6.2020: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Bezirksamt soll sich für einen Erhalt des Wohnblocks einsetzen
  • Bezirksamt soll sich für eine Kommunalisierung des Gebäudes einsetzen


1.12.2020: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Bezirksamt soll leerstehende Wohnungen für Obdachlose beschlagnahmen


28.1.2021: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Abriss soll nur unter strengen Auflagen genehmigt werden


20.1.2022: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Wohnblock soll erhalten werden


19.5.2022: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Räumung des Gebäudes soll verhindert werden


21.6.2022: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Bezirksamt soll eine Wiedervermietung der leerstehenden Wohnungen durchsetzen

Ergebnis: Bezirksamt kann die Beschlüsse aufgrund rechtlicher Probleme nicht durchsetzen


Ab 2020: Aktivitäten der Initiative „Leerstand Hab-ich-saath“


29.10.2020: Besetzung der leerstehenden Wohnungen

  • Forderung: leerstehende Wohnungen sollten zur Unterbringung von Obdachlosen beschlagnahmt werden
  • am gleichen Abend: Räumung durch die Polizei


22.12.2020: kurzzeitige Besetzung des Gebäudes

  • Anbringen von Transparenten gegen den Wohnungsleerstand


18.12.2021: erneute Besetzung der leerstehenden Wohnungen


19.12.2021: mündliche Verabredung zwischen dem Bezirksamt Mitte und dem Eigentümer

  • leerstehende Wohnungen werden temporär für Obdachlose zur Verfügung gestellt
  • Obdachlose werden bis zum 15.4.2022 geduldet


31.12.2021: 56 Obdachlose ziehen in leerstehende Wohnungen ein


Nach dem 15.4.2022: Bewohner verweigern den Auszug


28.6.2022: Vereinbarung zwischen dem Bezirksamt Mitte und dem Eigentümer

  • jetzige Bewohner können bis zum Abriss des Gebäudes bleiben

Konflikte

  • ein Großteil der Bewohner lehnt die Vereinbarung des Bezirksamtes Mitte und des Eigentümers ab
  • viele Bewohner sind nach wie vor gegen einen Abriss des Gebäudes

Projektbeschreibung

Die Grolmanstraße ist eine Nebenstraße mit zahlreichen Restaurants. Diese Straße soll zwischen dem Savignyplatz und der Pestalozzistraße für den motorisierten Individualverkehr gesperrt werden. Der gewonnene Straßenraum soll vor allem für Freiluftgastronomie genutzt werden.

Stationen des Projektes

28.1.2021:
Beschluss des Abgeordnetenhauses Berliner Mobilitätsgesetz – Teil Fußverkehr

  • Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz definiert gemeinsam mit den Bezirken mindestens 10 Projekte zur Förderung des Fußverkehrs
  • die 10 Projekte sollen innerhalb von 5 Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes fertig gestellt oder zumindest fertig geplant werden
  • die 10 Projekte sollen innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes festgelegt werden

August 2021:
Oliver Schruoffeneger (Stadtrat für Ordnung, Umwelt, Straßen und Grünflächen Charlottenburg-Wilmersdorf) schlägt autofreie Grolmanstraße als Projekt zur Förderung des Fußverkehrs vor

23.9.2021:
Vorstellung der ersten Projekte zur Förderung des Fußverkehrs durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

  • darunter: Grolmanstraße
  • Grolmanstraße soll zwischen Savignyplatz und Pestalozzistraße dauerhaft für den MIV gesperrt werden

https://www.berlin.de/sen/uvk/presse/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung.1129298.php

Anfang 2022:
erste Planungsleistungen werden beauftragt

Nächste Schritte

Oktober 2022: erste Ergebnisse der Planungen werden erwartet

Anschließend: Planung der Straßenraumgestaltung

Projektbeschreibung

Das Neue Kreuzberger Zentrum ist ein Wohn- und Geschäftskomplex, der zwischen 1969 und 1974 von einem privaten Investor errichtet wurde. 2016 sollte der Komplex verkauft werden. Dank des Engagements der Initiative „Mieterrat“ konnte der Komplex 2017 durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag erworben werden

Stationen des Projekts

1969–1974:
Bau des Neuen Kreuzberger Zentrums

  • Planung: Wolfgang Jokisch, Johannes Uhl
  • Stahlbetonskelettbau
  • 295 Wohnungen
  • 15.000 m2 Nutzfläche für gewerbe
  • Privateigentum

Ab 1987:
Pläne für einen Teilabriss des Komplexes

  • Ziel: Wiederherstellung der Dresdner Straße
  • keine Umsetzung

Ab Dezember 2016:
Bemühungen um einen Verkauf des Komplexes

Dezember 2016:
Eigentümer plant den Verkauf des Komplexes

Dezember 2016:
Mieter und Gewerbetreibende gründen Mieterrat

Anfang 2017:
die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag bemüht sich um den Kauf des Komplexes

März 2017:
der Privateigentümer beschließt den Verkauf des Komplexes an ein privates Unternehmen

  • Grund: das private Unternehmen hatte den höchsten Kaufpreis geboten

März 2017:
Mieterrat fordert Kauf des Komplexes durch eine landeseigene Gesellschaft

März 2017:
Florian Schmidt (Stadtrat für Bauen, Planen und Facility Management Friedrichshain-Kreuzberg) droht mit der Anwendung des Vorkaufsrechts durch den Bezirk

  • Ziel: Verkauf des Komplexes an eine landeseigene Gesellschaft

1.4.2017:
Protestkundgebung des Mieterrats für einen Verkauf an eine landeseigene Gesellschaft

21.4.2017:
Verkauf des Komplexes an die Gewobag

Ab 2017:
Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten

  • Instandsetzung Aufzüge
  • Instandsetzung Müllabwurfanlagen
  • Sanierung Fassade
  • neue Beleuchtung

2017/2018:
Kooperationsabkommen

Ab September 2017:
Verhandlungen zwischen Mieterrat, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und der Gewobag über ein Kooperationsabkommen

  • Ziel: einvernehmliche Entscheidung aller Fragen zum Komplex

Oktober 2018:
Unterzeichnung des Kooperationsabkommens

Nächste Schritte

  • weitere Sanierungsmaßnahmen

Projektbeschreibung

Das Hansaviertel ist ein Modellprojekt, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Interbau 1957 errichtet wurde. In diesem Quartier sollten der Städtebau und die Architektur der Moderne in einer modellhaften Form vorgeführt werden. Zugleich war das Gebiet ein Teil der architektonischen Systemkonkurrenz zwischen West- und Ost-Berlin, es war eine Reaktion auf den Bau der Stalinallee in Ost-Berlin. Entsprechend groß war der Aufwand bei der Planung und dem Bau des Quartiers. Seit 2012 gibt es Bemühungen, das Hansaviertel gemeinsam mit der Karl-Marx-Allee und den anderen Gebäuden der Interbau 1957 als UNESCO-Weltkulturerbe zu nominieren.

Stationen des Projektes

1955–1961:
Bau des Hansaviertels

  • ca. 5700 Einwohner
  • Größe: 53 Hektar

2009:
erste Bemühungen um eine städtebauliche Erhaltungsverordnung

18.6.2009:
Beschluss Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • das Bezirksamt wird ersucht, für das Hansaviertel eine städtebauliche Erhaltungsverordnung nach § 172 Baugesetzbuch zu erlassen
  • Bezirksamt soll sich um Fördermittel aus der Städtebauförderung bemühen

29.9.2009:
Beschluss Bezirksamt Mitte

  • der Erlass einer städtebaulichen Erhaltungsverordnung wird abgelehnt
  • Begründung: das Hansaviertel ist ein Denkmalbereich, der zusätzliche Erlass einer städtebaulichen Erhaltungsverordnung wäre rechtlich unzulässig

Ab 2012:
Initiative für UNESCO-Welterbeantrag

Juni 2012:
Initiative stellt Vorschlag für UNESCO-Welterbe für die Karl-Marx-Allee und das Hansaviertel vor

  • Initiatoren: Bürgerverein Hansaviertel, Förderverein Corbusierhaus, Hermann-Henselmann-Stiftung

31.7.2012:
Senatsbeschluss: Vorschlag für UNESCO-Welterbe Karl-Marx-Allee / Hansaviertel soll bei der Kultusministerkonferenz eingereicht werden

2.8.2012:
Vorschlag für UNESCO-Welterbe Karl-Marx-Allee / Hansaviertel wird bei der Kultusministerkonferenz eingereicht

12.6.2014:
Beschluss Kultusministerkonferenz

  • Welterbeantrag Karl-Marx-Allee / Hansaviertel wird nicht für die Tentativliste ausgewählt
  • Empfehlung für eine Qualifizierung des Antrages

Dezember 2021:
qualifizierter Antrag für UNESCO-Welterbe Karl-Marx-Allee / Hansaviertel wird bei der Kultusministerkonferenz eingereicht

Ab 2015:
Bemühungen um Fördergelder

10.5.2015:
Landesdenkmalamt reicht Projektskizze für Fördergelder des Bundes ein

16.7.2015:
Entscheidung Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Hansaviertel erhält Fördermittel aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“

  • Laufzeit: 2015-2019
  • Bundesmittel: 2,5 Mio Euro
  • Landesmittel: 1,3 Mio Euro
  • geförderte Projekte:

+Erarbeitung eines Städtebaulichen Entwicklungskonzepts

+Sanierung Hansabücherei

+Sanierung Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche

+Sanierung Vorplatz Akademie der Künste

Ab 2016:
Erarbeitung eines Städtebaulichen Entwicklungskonzepts

  • Auftraggeber: Landesdenkmalamt
  • Auftragnehmer: Büro (phase eins) Hossbach Lehmhaus (Berlin)
  • 10.12.1016: 1.Bürgerwerkstatt
  • 21.1.2017: 2.Bürgerwerkstatt
  • Mai 2017: Fertigstellung des Konzepts
  • Empfehlungen:

+Erarbeitung einer städtebaulichen Erhaltungsverordnung nach § 172 Baugesetzbuch

  • Aufnahme des Hansaviertels in das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“

20.12.2018:
Beschluss Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Bezirksamt soll sich um Aufnahme des Hansaviertels in das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ bemühen

https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=9167

Dezember 2018:
Gutachten für eine städtebauliche Erhaltungsverordnung nach § 172 Baugesetzbuch

  • Auftraggeber: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Auftragnehmer: Architekturbüro Meyer, Große, Hebestreit, Sommerer (Berlin). Landschafts.Architektur Birgit Hammer (Berlin)

21.11.2019:
Beschluss Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • städtebauliche Erhaltungsverordnung wird beschlossen

https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=9545

Bis jetzt:
keine Aufnahme in weitere Förderprogramme

Nächste Schritte

  • weitere Bemühungen um Mittel der Städtebauförderung
  • 2023: Entscheidung der Kultusministerkonferenz über die Aufnahme des Welterbevorschlags Karl-Marx-Allee / Hansaviertel in die Tentativliste
  • bei positiver Entscheidung: Erarbeitung des Antrags für die UNESCO

Projektbeschreibung

Der Lausitzer Platz ist eine grüne Oase in einem dichtbebauten Teil von Kreuzberg. Bis 2020 wurde dieser Platz an allen Seiten von Straßen und Parkplätzen eingefasst. Seit 2020 erfolgt die Umwandlung der westlichen, nördlichen und östlichen Randstraßen in Fußgängerzonen. Hauptziel der Maßnahme ist die Schaffung zusätzlicher Spielmöglichkeiten für Kinder und die Erweiterung der Grünflächen für die Anwohner. In einer ersten Stufe wurde dieser Bereich nur provisorisch gestaltet, in den nächsten Jahren soll eine endgültige Gestaltung erfolgen.

Stationen des Projektes

5.6.2019: Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg

  • Straße am Lausitzer Platz soll dauerhaft vom Autoverkehr befreit werden
  • Hintergrund: Schulwegsicherheit

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/___tmp/tmp/45081036/VBT1o2nYt2QBnHzmOXNVninX6u82JQUVWD3DQY73/BytqlkSL/307790.pdf

April 2020:
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg fordert Bürger*innen auf, Vorschläge für temporäre Spielstraßen einzureichen

  • Hintergrund: Schaffung zusätzlicher Spielflächen aufgrund der Corona-Pandemie

April 2020:
Bürger*innen schlagen die Straßen rings um den Lausitzer Platz vor

Mai 2020:
Einrichtung von temporären Spielstraßen rings um den Lausitzer Platz

  • Sperrung sonntags / feiertags 12-18 Uhr für den Autoverkehr

11.8.2020:
Beschluss des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg

  • Straßen an der West-, Nord- und Ostseite des Lausitzer Platzes sollen dauerhaft in Fußgängerzonen umgestaltet werden

1.10.2020:
Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg

  • Straßen an der West-, Nord- und Ostseite des Lausitzer Platzes sollen dauerhaft in Fußgängerzonen umgestaltet werden

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/___tmp/tmp/45081036/VBT1o2nYt2QBnHzmOXNVninX6u82JQUVWD3DQY73/aUFDXPaM/330315.pdf

Ab Oktober 2020:
Umfrage zur Akzeptanz einer Umgestaltung des Lausitzer Platzes

  • verantwortlich: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Verkehrsforschung
  • Ergebnis:

+56 Prozent der Befragten bewerten Umgestaltung positiv

+28 Prozent haben eine negative Meinung

6.11.2020:
Beginn der Umgestaltung des Lausitzer Platzes – Phase 1

  • Umwandlung der Straße nördlich des Lausitzer Platzes (zwischen Waldemarstraße und Eisenbahnstraße) in eine Fußgängerzone

7.6.–25.6.2021:
Umsetzung Umgestaltung des Lausitzer Platzes – Phase 2

  • Umwandlung der östlichen und westlichen Straßen in Fußgängerzonen
  • Einbau von versenkbaren Pollern für Sonderfahrzeuge
  • provisorische Gestaltung

1.10.2021:
Beschluss des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg

  • Ausstellung der Teileinziehungsverfügung für die Straßen westlich, nördlich und östlich des Lausitzer Platzes

Ab 24.11.2021:
Partizipationsverfahren zur Gestaltung des Lausitzer Platzes

  • Workshops am 24.11.2021, 25.1.2022, 7.4.2022
  • Online-Beteiligung

Konflikte

Ein Teil der Anwohner lehnt die Umgestaltung des Lausitzer Platzes ab

  • Argumente:
  • Lärm durch spielende Kinder
  • Wegfall von Parkplätzen

Nächste Schritte

2022:
Planungswettbewerb zur endgültigen Gestaltung der Fußgängerzonen ist geplant

  • genauer Zeitplan ist noch nicht bekannt

Projektbeschreibung

Das Dragonerareal ist ein ehemaliger Kasernenkomplex, der seit den 1920er Jahren gewerblich genutzt wird. 2010 plante der damalige Eigentümer, die bundeseigene Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den Verkauf des Komplexes im Höchstpreisverfahren. Nach Protesten von Initiativen wurde der Verkauf verhindert. Stattdessen wurde der Komplex an die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) verkauft. Ab 2025 ist der Umbau des Komplexes zu einem multifunktionalen Quartier mit Wohnungen, Gewerbe, Kultureinrichtungen, einer Kindertagesstätte und sozialen Einrichtungen geplant. Vorgesehen ist die Sanierung der Bestandsbauten sowie der Neubau von 475 Wohnungen, Gewerbe- und Kulturflächen. Möglichst viele Wohnungen sollen als preisgünstige Sozialwohnungen errichtet und über Erbbaurechtsverträge langfristig gesichert werden. Für 2027 ist die Fertigstellung der ersten Wohnungen vorgesehen, die Fertigstellung des Gesamtquartiers wird für 2030 erwartet.

Stationen des Projekts

Ab 1920er Jahre:
Gewerbliche Nutzung des Areals

  • Eigentümer nach 1945: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
  • Größe: 47.100 m2

Ab 2010:
Versuche der BImA, das Areal zum Höchstpreisverfahren zu verkaufen

13.2.2015:
BImA schließt Kaufvertrag mit den Investoren Arne Piepgras und EPG GPI (Wien) ab

Ab 2010:
Proteste von Initiativen gegen die Privatisierung des Areals

  • darunter:
  • „Stadt von unten“
  • „Upstall Kreuzberg“
  • „Wem gehört Kreuzberg“
  • „Kiezbündnis am Kreuzberg“
  • „Dragopolis“

Ab 2014:
Bemühungen des Landes Berlin um einen Ankauf des Dragonerareals

Frühjahr 2014:
Land Berlin versucht, das Dragonerareal von der BImA zu erwerben

  • BImA lehnt ab

2014:
Bieterverfahren der BImA zum Verkauf des Dragonerareals

  • 2 landeseigene Gesellschaften geben Gebote ab
  • BImA lehnt Angebote wegen zu niedriger Kaufpreisangebote ab

2.10.2014:
Beschluss des Abgeordnetenhauses

  • Senat soll sich dafür einsetzen, dass die BImA ihre Immobilien nicht mehr zum Höchstpreisverfahren verkauft
  • BImA soll den Kommunen ein Vorkaufsrecht für ihre Immobilien einräumen

13./14.11.2014:
Beschluss der Bauministerkonferenz

  • BImA wird aufgefordert, den Verkauf ihrer Immobilien im Höchstpreisverfahren zu beenden
  • den Kommunen sollte ein Vorkaufsrecht eingeräumt werden

10.9.2015:
Finanzausschuss des Bundesrates verweigert Zustimmung zum Verkauf des Dragonerareals

September 2015:
Senatsverwaltung für Finanzen erklärt Bereitschaft, das Dragonerareal zum Verkehrswert zu erwerben

Seit 2014:
Bemühungen um Ausweisung eines Sanierungsgebietes

Anfang 2014:
Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg fordert die Einrichtung eines Sanierungsgebietes auf dem Gelände des Dragonerareals

25.8.2015:
Senatsbeschluss

  • vorbereitende Untersuchungen zur Einrichtung eines Sanierungsgebietes laut § 141 Baugesetzbuch werden beschlossen

5.7.2016:
Senatsbeschluss

  • Gebiet Rathausblock wird Sanierungsgebiet
  • Gebiet umfasst das Dragonerareal
  • Sanierungsbeauftragter: S.T.E.R.N. Gesellschaft für behutsame Stadterneuerung

Seit 2015:
Arbeit an einem Bebauungsplan 2-48

26.5.2015:
Beschluss des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg

  • Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 2-48

November 2016:
Koalitionsvertrag 2016-2021 für Berlin

„Dragoner-Areal: Die Koalition beabsichtigt, das Dragoner-Areal in Landeseigentum zu überführen und dort ein Projekt für preisgünstiges Wohnen und Arbeiten (Kleingewerbetreibende und Kreativwirtschaft) in Kooperation zwischen Bezirk, städtischen Wohnungsbaugesellschaften und gemeinwohlorientierten freien Trägern mit umfassender Bürgerbeteiligung umzusetzen.“

Dezember 2016:
BImA macht Kaufvertrag für das Dragonerareal rückgängig

8.5.2017:
Hauptstadtfinanzierungsvertrag zwischen dem Bund und dem Land Berlin wird verabschiedet

  • Bund will Dragonerareal an das Land Berlin abgeben

30.11.2018:
BImA und BIM schließen Grundstücksübertragungsvertrag für das Areal

  • Dragonerareal wird dem Sondervermögen Daseinsvorsorge (SODA) des Landes Berlin zugeordnet

1.7.2019:
offizielle Eigentumsübertragung des Areals von der BImA in die BIM

Ab 2017:
Partizipationsprozess zur Zukunft des Areals

17.7.2017:
Auftaktveranstaltung

2017-2019:
verschiedene Veranstaltungen, Lernlabore, Symposien

17.6.2019:
Unterzeichnung Kooperationsvereinbarung Rathausblock

Unterzeichner:

  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
  • Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
  • Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM)
  • Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte GmbH (WBM)
  • Vernetzungstreffen Rathausblock
  • Forum Rathausblock

Ab 31.8.2019:
Erarbeitung des städtebaulichen Konzepts

31.8.2019–29.1.2020:
städtebaulicher Wettbewerb und Werkstattverfahren

  • nichtoffener Wettbewerb
  • beteiligte Büros:
  • ifau / Stadt Land Fluss / friedburg & hhv / projektbüro
  • Robertneun / BeL / Studio Vulkan
  • SMAQ / Man Made Land / Barbara Schindler

31.8.2019:
Auftaktkolloquium

29.1.2020:
Sitzung Preisgericht

  • Entwurf von SMAQ / Man Made Land / Barbara Schindler wird ausgewählt

Bis April 2022:
Überarbeitung städtebauliches Konzept

18.7.2022:
Vorstellung des überarbeiteten städtebaulichen Konzepts in einer Freiluft-Ausstellung

(c) SMAQ Architektur und Stadt / Man Made Land / Barbara Schindler

Mai 2022:
Beginn der bauvorbereitenden Maßnahmen

  • Abrissarbeiten an nicht denkmalgeschützten Gebäuden

Konflikte

Anteil an Sozialwohnungen

  • einzelne Initiativen, wie die Initiative „Stadt von unten“, fordern den Bau von 100 Prozent Sozialwohnungen
  • nach den aktuellen Planungen ist ein Anteil an Sozialwohnungen von 80 Prozent vorgesehen

Nächste Schritte

Qualifizierungsverfahren

  • für die Neubauten, Freiflächengestaltungen sind weitere Wettbewerbe, Workshop- und Gutachterverfahren vorgesehen

Weiterarbeit am Bebauungsplan 2-48

4. Quartal 2022:
Beteiligung Träger öffentlicher Belange

  • anschließend vorgezogene Rechtsprüfung

2. Quartal 2023:
Abschluss Verwaltungsvereinbarung Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) – Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

3. Quartal 2023:
Öffentliche Auslegung

Ab 3. Quartal 2023:
Planreife

Abschluss der Erbbaurechtsverträge mit der WBM

  • die WBM soll rund 370 der 475 Wohnungen errichten
  • Ziel der Verträge: möglichst langfristige Sicherung von Sozialwohnungen
  • Laufzeit der Erbbaurechtsverträge: 90 Jahre

Bauarbeiten

2025:
Beginn des Wohnungsneubaus durch die Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte mbh (WBM)

2027:
Fertigstellung der ersten Wohnungen

Frühestens 2030:
Fertigstellung des Gesamtareals

Konzeptverfahren

  • rund 100 Wohnungen sollen durch weitere Bauherren errichtet werden, die über Konzeptverfahren ausgewählt werden sollen
  • Zeitplan der Konzeptverfahren noch unklar

Finanzsenator Daniel Wesener prüft den Rückkauf der Baustelle für den Monarch-Turm am Alexanderplatz. Der Investor, die russisch-armenische Monarch-Gruppe, hatte in einem Vertrag mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) konkrete Fertigstellungstermine zugesichert. Für den Fall der Nichteinhaltung dieser Termine wurde ein Rückkaufrecht vereinbart. Diese Termine hat die Monarch-Gruppe nicht eingehalten. Die für den Juni dieses Jahres zugesicherte Fertigstellung der Bodenplatte ist nicht erfolgt. Zudem hat der Investor eingeräumt, dass der geplante Fertigstellungstermin im September 2023 nicht zu halten sein wird.

Der Rückkauf würde zum Verkehrswert von 2019 erfolgen.

Inwieweit der aktuelle Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen russische Unternehmen das Projekt beeinflussen, ist derzeit unklar.

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2022/07/berlin-alexanderplatz-monarch-tower-baustelle-rueckkauf-senat.html

Projektbeschreibung

Die Tauentzienstraße ist eine Geschäftsstraße in der City West. Derzeit laufen Diskussionen, ob diese Straße für den privaten PKW-Verkehr gesperrt werden soll. Hauptziel der Planungen ist eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf der Straße.

Beim derzeitigen Diskussionsstand ist allerdings nicht absehbar, ob und wann eine autofreie Tauentzienstraße realisiert wird.

Stationen des Projektes

Ab 2017:
AG City und Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf diskutieren über Möglichkeiten einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf der Tauentzienstraße

  • Idee einer Sperrung der Tauentzienstraße für private PKW wird diskutiert

5.9.2019:
Treffen zwischen Regine Günther (Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz), Ingmar Streese (Staatssekretär für Verkehr), Oliver Schruoffeneger (Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt, Straßen und Grünflächen) und AG City

  • Aussage Ingmar Streese:
  • Tauentzienstraße kann ab 2020 dauerhaft für den privaten KFZ-Verkehr gesperrt werden
  • erste Testsperrungen 2019 möglich
  • AG City will Gutachten bei Verkehrsplanern in Auftrag geben

28.5.2020:
Beschluss Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Bezirksamt wird aufgefordert, sich gemeinsam mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für eine testweise Umwandlung der Tauentzienstraße zwischen Joachimsthaler Straße und Wittenbergplatz in eine Fußgängerzone einzusetzen
  • Testsperrung soll durch ein wissenschaftliches Gutachten begleitet werden

https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/politik/bezirksverordnetenversammlung/online/___tmp/tmp/45081036403577255/403577255/00230817/17-Anlagen/03/3_Version_vom_02_06_2020.pdf

10.10.2020:
Sperrung der Tauentzienstraße zwischen Nürnberger Straße und Rankestreaße

  • Veranstalter: Initiative Stadt für Menschen
  • Dauer: 3 Stunden

4.8.2021:
Bündnis 90 / Die Grünen, Landesverband Berlin stellt Visionen für einen ökologischen Umbau Berlins vor

  • ein Vorschlag: autofreie Tauentzienstraße
  • Tauentzienstraße soll nur noch für Fußgänger, Fahrräder und Elektrobusse genutzt werden können
  • Konzepterarbeitung: Martin Aarts, Architekturbüro MLA+

https://gruene.berlin/nachrichten/gruene-hauptstadtvision-berlin-zukunftsfest-gestalten_2839

7.2.2022:
Aussage von Bettina Jarasch (Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz) gegenüber dem „Tagesspiegel“

  • autofreie Tauentzienstraße ist denkbar

Konflikte

Ein Teil der Gewerbetreibenden lehnt eine autofreie Tauentzienstraße ab

August 2019:
Nils Busch-Petersen (Hauptgeschäftsführer Handelsverband Berlin-Brandenburg) kritisiert Pläne für autofreie Tauentzienstraße

  • Argument: autofreie Straßen schaden der Umsatzentwicklung der Geschäfte

Nächste Schritte

  • ein Zeitplan für weitere Schritte ist nicht bekannt

Die Diskussionen um den Wiederaufbau der Bauakademie reichen nun bereits mehr als 30 Jahre zurück. Bereits 1991 wurde die erste Machbarkeitsstudie zu ihrem Wiederaufbau angefertigt. Ein Verein versucht nun mit einer zweifelhaften Umfrage den anstehenden Wettbewerb zu beeinflussen. Angeblich wünsche sich die Mehrheit der Deutschen die Bauakademie mit historischer Fassade. Nun ist das beauftragte Marktforschungsunternehmen Forsa bereits dafür bekannt tendenziöse Fragen zu stellen, welche zum gewünschten Ergebnis führen bzw. einen eher „freien“ Umgang mit Zahlen und deren Interpretation zu pflegen. So lässt sich auch in diesem Fall die Belastbarkeit der Zahlen eher als Marketing-Gag verstehen: Denn, wenn bundesweit Personen zwischen zwei Entwürfen für ein, mutmaßlich unbekanntes, lokales Bauprojekt entscheiden sollen – aber nur von einem Bilder gezeigt werden, während der andere noch gar nicht existiert – braucht man keine Statistiker*in zu sein um da den Fehler zu erkennen. Die Bundesstiftung Bauakademie äußert sich entsprechend auch eher zurückhaltend auf diesen Vorstoß und bezeichnet die Umfrage-Ergebnisse als „bereichernd für die Diskussion“.

Nichtsdestotrotz gibt es in großen Teilen der Bevölkerung auch ein nachvollziehbares Misstrauen gegenüber moderner Architektur: Omnipräsente und völlig austauschbare Neubauten wie das Umfeld des Hauptbahnhofs mit der Europacity und BND-Zentrale bestimmen das Bild zeitgenössischer Architektur. In ihrer technokratischen Kälte dienen sie nicht als Aushängeschild für das was heute gestalterisch möglich wäre. Warum also bei der Bauakademie das Risiko eines modernen Entwurfs eingehen, wenn man bei der historischen Fassade doch weiß, woran man ist?

Was die Schinkel‘sche Bauakademie zu ihrer Zeit so bedeutsam machte war, dass sie nach dem Vorbild der Fabrikbauten in Manchester als Vorzeigbau der preußischen Industrie, Ziegel- und Eisenkonstruktionen selbstbewusst zur Schau stellte und damit den Stolz auf diese Produktivkraft verkörperte. Doch diese bauliche Leistung lässt sich nicht durch eine Rekonstruktion wiederbeleben. Ihre Bedeutung liegt in ihrer Zeit. Die Ära der Berliner Brennereien und Schmelzöfen ist längst vergangen. Moderne Konstruktionsmethoden, Bautechnik und Materialien lassen heute kaum Hürden bei der Errichtung solcher Bauwerke zu. Statt eines Symbols des Fortschritts, wo mit neuen Materialien, Konstruktionsmethoden und Formsprachen Pionierarbeit geleistet wurde, würde sich eine Rekonstruktion bzw. ein Nachbau des Originals genau in ihr Gegenteil verkehren. Statt Neuland zu betreten, würde man an den alten Zeiten festhalten, die hier gleich mit re-konstruiert werden sollen.

Denn am Ende geht es natürlich auch um die Deutungshoheit über die deutsche Geschichte und Gegenwart. Staatsarchitektur stellte schon immer ein Mittel zur Volkserziehung dar. Dass man nun 75 Jahre nach der Auflösung Preußens durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46 der Alliierten und über 100 Jahre nach der Abschaffung der Monarchie wieder mit der Pickelhaube liebäugelt mag die Hohenzollernerbe freuen, aber ist nicht unbedingt Ausdruck eines kritischen Umgangs mit der deutschen Geschichte. „Ich muss nicht eigens betonen, dass Preußen in den letzten zweihundert Jahren eine Bedrohung für die Sicherheit Europas dargestellt hat. Der Fortbestand des preußischen Staates, und sei es nur in der Gestalt seines Namens, könnte später zum Ausgangspunkt revanchistischer Bestrebungen des deutschen Volkes werden, würde militaristischen Ambitionen in Deutschland Vorschub leisten und den Wiederaufstieg eines autoritär geprägten, zentralistischen Deutschlands begünstigen. Das muss im Interesse aller unbedingt verhindert werden«, legte der britische Vertreter im Alliierten Kontrollrat die Gründe für die Auflösung Preußens dar. Mit diesen Worten im Ohr überrascht es wenig, dass das Humboldt Forum gerade in einem Skandal um rechtsextreme Spender versinkt, die sich für die Rekonstruktion des Zentrums der Preußischen Macht, des Berliner Stadtschlosses, stark gemacht hatten.

In der aktuellen Diskussion geht also letztlich darum, ob man die Hülle oder die Idee von Schinkels Bauakademie wiederaufbaut. Da sich die Rekonstruktionsbefürworter gerade nicht kompromissbereit zeigen, scheint hier eine Annährung wenig wahrscheinlich.

Projektbeschreibung

Bei dem Wohngebiet Wilhelmstraße handelt es sich um ein Quartier in zentraler Innenstadtlage, das aufgrund seiner Lagequalitäten vom Abriss bedroht war. Mittlerweile ist es aber gelungen, das Quartier über eine städtebauliche Erhaltungssatzung und eine Ausweisung als Denkmalbereich zu sichern.

Das Wohngebiet Wilhelmstraße ist ein ist ein besonders aufwendig gestaltetes Stadtquartier aus der Spätphase der DDR. Typisch für das Gebiet ist der Rückgriff auf typische Gestaltungselemente gründerzeitlicher Altbauten, wie Schrägdächer, Erker und stumpfe Ecken. Dieses Gebiet wurde zwischen 2002 und 2004 privatisiert, anschließend entwickelten die Eigentümer Pläne für den Abriss einzelner Gebäude und den Ersatz durch Luxuswohnanlagen. Im Fall des Wohnblocks Wilhelmstraße 56-59 wurde der Abriss auch tatsächlich vollzogen. Zur Verhinderung weiterer Abrisse wurde 2016 eine städtebauliche Erhaltungssatzung erlassen. 2021 wurde das Wohngebiet zudem unter Denkmalschutz gestellt.

Stationen des Projektes

1987–1989:
Bau des Wohngebietes Otto-Grotewohl-Straße

  • Städtebau: Kollektiv Solweig Steller
  • Hochbau: Kollektiv Helmut Stingl
  • 1072 Wohnungen und Gemeinschaftseinrichtungen

Nach 1990:
Übertragung an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH

2002–2004:
Privatisierung des Wohngebietes

  • Verkauf des größten Teils an die B.Ä.R. Grundstücksgesellschaft Berlin mbH
  • kleinere Teile wurden als Teileigentum privatisiert

Ab: 1993:
Erarbeitung der Bebauungspläne I-202a, I-202b, I-202c

  • Ziel: Schutz des Wohngebietes vor Abrissen
  • Bebauungsplan I-202c: Festsetzung am 29.8.2005
  • Bebauungsplan I-202b: Festsetzung am 3.7.2006
  • Bebauungsplan I-202a: keine Festsetzung

2005:
Eigentümer erheben Klage gegen Bebauungspläne

11.10.2007:
Urteil Oberverwaltungsgericht berlin-Brandenburg

  • Teile der Bebauungspläne sind ungültig
  • Schutz konkreter Gebäude durch die Bebauungspläne ist unzulässig

Ab 2007:
Planung und Realisierung des Abrisses des Wohnblocks Wilhelmstraße 56-59 mit 89 Wohnungen

15.4.2008:
Bauvorbescheid des Bezirksamtes Mitte für einen Neubau Wilhelmstraße 56-59

4.5.2012:
Eigentümer reicht beim Bezirksamt Mitte Bauantrag für den Neubau Wilhelmstraße 56-59 ein

  • Ziel: Bau eines Neubaus mit Luxuswohnungen

Ende 2014:
Eigentümer zeigt Abriss des Hauses Wilhelmstraße 56-59 beim Bezirksamt Mitte an

2016:
Abriss des Gebäudes

Wohnblock Wilhelmstraße 56-59 vor dem Abriss (c) Matthias Grünzig

Ab 2015:
Erarbeitung und Erlass einer städtebaulichen Erhaltungssatzung

21.5.2015:
Beschluss Bezirksverordnetenversammlung Mitte

  • Bezirksamt Mitte wird ersucht, eine städtebauliche Erhaltungssatzung nach § 172 Abs. 1 Baugesetzbuch zu erlassen
  • Hintergrund: Streit über den Abriss des Hauses Wilhelmstraße 56-59
  • Ziel: Verhinderung weiterer Abrisse

https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6654#searchword

6.10.2015:
Beschluss Bezirksamt Mitte

  • Bezirksamt Mitte beschließt Aufstellung einer städtebauliche Erhaltungssatzung nach § 172 Abs. 1 Baugesetzbuch
  • eine städtebauliche Expertise soll in Auftrag gegeben werden

https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6963#searchword

März 2016:
Städtebauliche Expertise über die Erhaltung der städtebaulichen Eigenart gem. § 172 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 BauGB für die Wilhelmstraße im Bezirk Mitte von Berlin, Ortsteil Mitte

  • Autor: Planungsgruppe WERKSTADT_Stadtplaner & Architekten (Berlin)

16.6.2016:
Beschluss Bezirksverordnetenversammlung Mitte

https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7406#searchword

8.7.2016:
Bezirksamt Mitte erlässt eine städtebauliche Erhaltungssatzung nach § 172 Abs. 1 Baugesetzbuch

28.3.2018:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erlässt eine städtebauliche Erhaltungssatzung nach § 172 Abs. 1 Baugesetzbuch

  • Erhaltungssatzung entspricht weitgehend der Erhaltungssatzung des Bezirksamtes Mitte
  • Erhaltungssatzung durch die Senatsverwaltung wurde aus rechtlichen Gründen notwendig (Wilhelmstraße ist ein Gebiet von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung)

Ab 2018:
Eigentümer klagen gegen Erhaltungssatzung

26.10.2020:
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Rechtmäßigkeit der städtebaulichen Erhaltungsverordnung

https://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_2012/nachricht6999.html

September 2021:
Landesdenkmalamt stellt Wohngebiet Wilhelmstraße unter Denkmalschutz

  • Unterschutzstellung als Gesamtanlage

https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/aktivitaeten/kurzmeldungen/2021/wohnquartier-an-der-wilhelmstrasse-unter-denkmalschutz-1128089.php

Konflikte

  • Mieter beklagen mangelhafte Instandhaltung der Gebäude durch den Eigentümer
  • zahlreiche Wohnungen werden als Ferienwohnungen vermietet

Projektbeschreibung

Die Alte Münze ist eine ehemalige Münzprägeanstalt am Molkenmarkt, die nach dem Auszug der Münzprägeanstalt 2006 ihre ursprüngliche Funktion verloren hat. Zunächst sollte der landeseigene Komplex privatisiert werden. Gleichzeitig begann 2009 eine Zwischennutzung des Komplexes als Kultur- und Eventstandort. Doch 2017 beschloss das Abgeordnetenhaus, den Komplex im Eigentum des Landes Berlin zu halten.  Aktuell ist die Umnutzung des Komplexes zu einem Standort für Kunst und Kreativität geplant, der preisgünstige Räume für Künstler*innen und kulturelle Akteure bieten soll. 

Stationen des Projektes

1936–1942:
Bau der Reichsmünze

  • Planung: Fritz Keibel, Arthur Reck
  • Nutzung als Münzprägeanstalt
  • Nutzfläche: 18.000 m2

Nach 1945:
Nutzung des Komplexes als Münzprägeanstalt und Ministerium für Kultur der DDR

Nach 1990:
neue Eigentümer

  • Münzprägeanstalt wird Eigentum des Landes Berlin
  • Gebäudeteil des ehemaligen Ministeriums für Kultur wird Eigentum des Bundes

2006:
Auszug der Münzprägeanstalt

ab 2006:
verschiedene Versuche der Privatisierung des Komplexes

  • landeseigener Teil der Alten Münze wird dem Liegenschaftsfonds Berlin zugeordnet
  • Liegenschaftsfonds sucht Käufer für den Komplex
  • März 2006: Präsentation auf der Immobilienmesse in Cannes
  • 2008: Projektentwickler Frankonia Eurobau will in dem Komplex Luxuswohnungen und Büros bauen
  • Verkauf scheitert
  • 2011: Nicolas Berggruen will Komplex als Kultur- und Kreativquartier mit Wohnungen, Ateliers. Eventflächen, Studios entwickeln
  • Verkauf scheitert

Ab 2009:
Zwischennutzung für Kultur- und Events

  • bundeseigener Teil des Komplexes wird an das Deutsch-französische Jugendwerk vermietet

10.11.2016:
Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages

  • Bereitstellung von 12,5 Mio Euro für ein „House of Jazz“ des Musikers Till Brönner in einem Teil der Alten Münze

9.3.2017:
Beschluss Abgeordnetenhaus Gesetz über die Errichtung eines Sondervermögens für Daseinsvorsorge und nicht betriebsnotwendige Bestandsgrundstücke des Landes Berlin (SODA)

  • Alte Münze wird dem SODA zugeordnet
  • Abkehr von der Privatisierung der Alten Münze

17.5.2018:
Beschluss Abgeordnetenhaus

  • Alte Münze soll als Kultur- und Kreativquartier entwickelt werden
  • Nutzungskonzept soll in einem Partizipationsverfahren entwickelt werden

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/PlenarPr/p18-023-wp.pdf#page=55

Februar–Juni 2019:
Partizipationsverfahren zum Nutzungskonzept

  • 3 öffentliche Veranstaltungen
  • 4 interne Workshops
  • Ergebnis: Nutzungskonzept
  • Alte Münze soll Ort der Produktion und Präsentation von Kultur mit Musikschwerpunkt werden

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/DruckSachen/d18-2411.pdf

August 2020:
Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) gibt eine Bedarfsplanung in Auftrag

  • Büro: SSP Rüthnick-Architekten (Berlin)
  • geschätzte Baukosten: 91 Mio Euro
  • Bruttogeschossfläche: 21.900 m2
  • Erarbeitung bis 2022

Konflikte

  • über die Nutzerstruktur und das Betreiberkonzept wird weiterhin diskutiert
  • ein weiterer Streitpunkt sind mögliche Eingriffe in die denkmalgeschützte Bausubstanz

Nächste Schritte

2023:
Vergabeverfahren für die Baumaßnahmen

2023–2026:
Umsetzung der Baumaßnahmen

Projektbeschreibung

Beim Leise-Park handelt es sich um die Umnutzung einer nicht mehr genutzten Friedhofsfläche in einem dicht bebauten Gebiet in Prenzlauer Berg. Ursprünglich sollte die Fläche in Bauland umgewandelt und verkauft werden. Doch nach Protesten einer Bürgerinitiative erfolgte ein Ankauf des Friedhofsteils durch das Land Berlin und seine Umnutzung als öffentlicher Park.

Stationen des Projektes

1858:
Anlage des Friedhofs St. Nikolai / St. Marien II an der Prenzlauer Allee

1970:
Beendigung der Bestattungen auf dem Friedhof

  • langfristiges Ziel: Umgestaltung in eine öffentliche Grünfläche

2006:
Verabschiedung Friedhofsentwicklungsplan

  • Möglichkeit der Umnutzung von ungenutzten Friedhofsflächen für andere Zwecke

Juni 2007:
Gemeinde St. Petri / St. Marien plante die Umwandlung einer Teilfläche des Friedhofs von 6600 m2 an der Heinrich-Roller-Straße in Bauland und den Verkauf

Ab Juni 2007:
Bürgerinitiative Rollerfriedhof kämpft gegen die Bebauung des Friedhofs

Argumente:

  • Gebiet um die Winsstraße ist sehr dicht bebaut, Grünflächen werden dringend benötigt
  • Friedhofsareal bietet wertvolle und stadtklimatisch wirksame Vegetation, Bebauung der Friedhofsfläche würde das Stadtklima verschlechtern

Aktivitäten:

  • Sammlung von 4500 Unterschriften gegen die Bebauung
  • Einbindung der Betroffenenvertretung des Sanierungsgebietes Winsstraße
  • Mobilisierung des Bezirksamtes

13.6.2007:
Beschluss Bezirksverordnetenversammlung Pankow

  • Ablehnung der Bebauung der Friedhofsfläche
  • Bezirksamt wird ersucht, kein Baurecht für die Friedhofsfläche zu schaffen

https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/___tmp/tmp/45081036/LSF2rhP3T5pIU0Nv1RCJSamt6jD5EUsdC1C4vsjW/NdmpHhQO/74-Anlagen/01/1._Version_vom_13.06.2007.pdf

November 2007:
Gemeinde St. Petri / St. Marien wendet sich an die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer

  • Forderung nach Eingreifen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugunsten der Bebauungspläne der Gemeinde
  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung lehnt Eingreifen ab

18.12.2007:
Aufstellungsbeschluss des Bezirksamtes Pankow für den Bebauungsplan 3-17 für den Friedhofsteil an der Heinrich-Roller-Straße

  • Ziel: Sicherung der Fläche als Grünfläche

August 2008:
Gemeinde St. Petri / St. Marien gibt Bebauungspläne auf

  • Friedhofsfläche soll weiterhin als Friedhofsfläche genutzt werden

2010:
Kauf der ungenutzten Friedhofsfläche an der Heinrich-Roller-Straße durch das Land Berlin

  • Größe: 15.900 m2
  • Kosten: 1,9 Mio Euro

Herbst 2010:
Partizipationsverfahren zur Entwicklung des Friedhofsgeländes

  • Ziel: Erarbeitung eines Konzepts gemeinsam mit den Bürger*innen
  • 30.9. – 5.10.2010: Bürgersteiggespräche mit Passanten
  • 5.10.2010: Auftaktwerkstatt
  • 9.10.2010: Ideenwerkstatt
  • Kinderbeteiligung
  • 3.11.2010: Abschlusswerkstatt

18.8.2011 – 1.6.2012:
Umgestaltung des Friedhofsteils zum Leise-Park

  • Entwurf: gruppe F Landschaftsarchitekten (Berlin)
  • Kosten: 371.000 Euro
  • Finanzierung:

+333.000 Euro Fördermittel, Zukunftsinitiative Stadtteil, Teilprogramm Stadterneuerung

+38.000 Euro: Bezirk Pankow

  • Maßnahmen:

+Herrichtung eines Rundwegs

+Schaffung von Spielmöglichkeiten

+Einrichtung eines Lehrpfades

+Schaffung von Aufenthaltsmöglichkeiten (Hängematten)

1.6.2012:
Einweihung des Leise-Parks

Ergebnis

  • große Akzeptanz des Leise-Parks bei den Anwohnern
  • positive stadtklimatische Wirkung des Parks auf das angrenzende Quartier
(c) Matthias Grünzig

Die beiden Künstler*innen-Vertretungen Rat der Künste und Koalition der Freien Szene haben in einer Pressemitteilung ihre Vorstellungen von einem künftigen Molkenmarkt formuliert. Zentrale Punkte sind:

• bezahlbare Miet- und Betriebskosten
• Flexibilität und Partizipation
• Vernetzung, Barrierefreiheit und Diversität

Die beiden Vertretungen kommen zu dem Schluss, dass der Entwurf von OS arkitekter / czyborra klingbeil architekturwerkstatt diesen Forderungen am besten gerecht wird.

https://www.koalition-der-freien-szene-berlin.de/pm-zum-kulturquartier-molkenmarkt/